Der Beginn

Die European Shiatsu Federation (ESF) begann ihre explizite europapolitische Arbeit 1996, als sie gemeinsam mit anderen CAM-Organisationen (komplementäre und alternative Medizin/Behandlungsmethoden[1]) beim Europäischen Parlament für die Annahme des Lannoye-Berichts über nichtkonventionelle Medizin eintrat.

Der Lannoye-Report („Bericht zur Rechtsstellung der nichtkonventionellen Medizinrichtungen des Ausschlusses für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Union“) wurde am 6. März 1997 vorgelegt. In ihm wurden – und das war ein Erfolg der Aktivitäten der ESF – aus dem breiten Spektrum nichtkonventioneller medizinischer Disziplinen acht Methoden aufgelistet, die bereits eine rechtliche Anerkennung in einem oder mehreren Mitgliedsstaaten genossen, eine organisatorische Struktur auf europäischer Ebene aufwiesen und selbstregulierende Maßnahmen organisiert hatten. Diese acht Methoden waren Shiatsu, Chiropraktik, Homöopathie, Anthroposophische Medizin, TCM (inklusive Akupunktur), Naturopathie, Osteopathie und Phytotherapie.

Am 27. Mai 1997 wurde der Report zur nicht-konventionellen Medizin, dessen Grundlage der Lannoye-Report (später Collins-Report) war, vom Europäischen Parlament mit einer Zweidrittelmehrheit verabschiedet. Die damals beschlossene Version unterscheidet sich zwar in einigen Punkten von Lannoye´s ursprünglicher Präsentation, es wurden damit jedoch erstmals komplementärmedizinische und alternative Behandlungsmethoden formell anerkannt. Grundsätzlich folgt die Entschließung der Auffassung des Lannoye-Reports, dass sich klassische und komplementäre Behandlungsmethoden und Zugangsweisen zu Gesundheit und Krankheit nicht ausschließen, vielmehr ergänzend sein können. Im Vordergrund steht die Sicherstellung der bestmöglichen Wahl an Therapien, ein Maximum an Sicherheit und eine möglichst genaue Information über Wirkungen, Qualität und Risiken der jeweiligen Therapiemethoden. Forschungsgeld für Studien und Untersuchungen im Bereich der nicht-konventionellen Medizin wurden beschlossen und im Rahmen des Fünften Framework-Programms zur Verfügung gestellt.

Der Erfolg dieser Kampagne veranlasste die ESF, sich allmählich regelmäßiger in die europäische Lobbyarbeit einzubringen, indem sie sich EPHA (European Public Health Alliance, https://epha.org) anschloss, Kontakte zu anderen CAM-Organisationen in Brüssel aufbaute, an einschlägigen Gesundheitskonferenzen teilnahm und mit der Zeit einigen Beamten der EU-Kommission bekannt wurde.

Das alles geschah einige Zeit auf Basis einer sehr allgemeinen Strategie des Bekanntmachens von CAM und des Kennenlernens der Funktionsweise der EU-Institutionen. Die 2007 veröffentlichte Studie „The Effects and Experience of Shiatsu“ war in der Folge ein wichtiges Instrument der politischen Arbeit.

Die von der ESF letztlich ohne Mittel der EU durchgeführte Studie „The Effects and Experience of Shiatsu“ zielte auf die gewünschte Einbindung von Shiatsu in das europäische Gesundheitswesen (in dem Prävention eine große Rolle spielt) und war eine „Folge“ der EU-Entschließung. Das vorrangige Ziel der Studie war der wissenschaftliche Beleg von Wirksamkeit und Sicherheit von Shiatsu. Durchgeführt wurde die Studie von Andrew F. Long (University of Leeds) und befragt wurden dazu KlientInnen und PraktikerInnen in Österreich, Spanien und Großbritannien.


Der Zusammenschluss mit anderen Methoden

Schon bald aber zeigte sich, dass die in Brüssel unregelmäßig tätigen CAM-Gruppen sehr unterschiedlich waren, dass es keinen wirklich gemeinsamen Ansatz gab, dass ein Alleingang einer Methode keine realen Chancen hat und dass die Ärzte gut organisiert und finanziert sind. Aus diesem Grund wurde eine politische Lobby für den gesamten Sektor gebildet, der ursprünglich auch Alternativ- und Komplementärmedizin praktizierende Ärzte angehörten. EFCAM, die European Federation for Complementary and Alternative Medicine, (http://www.efcam.eu), war geboren.

Generell ist es so, dass Regierungen – und das gilt auch auf nationaler Ebene – ungern Einzelregelungen für grundsätzlich ähnliche Methoden zustimmen. Individuelle Regulierungsprozesse für 40 oder mehr Behandlungsmethoden sind sehr unwahrscheinlich, weshalb der Zusammenschluss mit anderen Methoden (und damit verbunden ein gemeinsamer Regulierungsprozess) Sinn macht.

Zunächst war EFCAM ein loses Forum, an dem sich bis zu 15 Organisationen beteiligten, von denen manche heute nicht mehr existieren. Aber schon bald wurde klar, dass die politische Arbeit auf einer formaleren, stabileren und letztlich professionelleren Basis aufgebaut werden muss. Das bedeutet, dass zumindest eine Person konstant zur Verfügung stehen muss, die in der Lage ist, die politische Arbeit für einen bestimmten Zeitraum an jedem beliebigen Tag zu leisten, also immer dann, wenn die Notwendigkeit dazu besteht. Aus diesem Grund wurde innerhalb der ESF die Rolle eines „Political Officer“ formal festgelegt und finanziert.

  • Die Aufgaben des „Political Officer“ bestehen vorrangig in der Vertretung der ESF gegenüber den EU-Institutionen, Direktionen und anderen EU-Gremien, die für die Durchführung der politischen Maßnahmen des ESF von Bedeutung sind. Weitere Aufgaben sind die Vertretung in relevanten Organisationen wie EFCAM und EPHA sowie die Teilnahme an einschlägigen Sitzungen relevanter EU-Organe, -Einrichtungen und -Veranstaltungen. Dazu kommen insbesondere noch die Kommunikation der Entwicklungen und ihrer Implikationen auf europäischer und nationaler Ebene an den Vorstand der ESF und, gemeinsam mit ihm, die Erarbeitung von politischen Positionen, Strategien und Aktionen, damit Shiatsu nach eigenen Richtlinien und im eigenen Selbstverständnis als Beruf in Europa praktiziert werden darf.

Die ständige und professionelle Funktion des „Political Officer“ erwies sich in der Folge als immer notwendiger, da die ärztlichen Vertreter von CAM („CAM-Ärzte“) eine Reihe von bezahlten Lobbyisten in Brüssel hatten und die Idee der „integrierten“ oder „medizinischen CAM“, d.h. ausschließlich ärztlich ausgeübte CAM, vorantrieben.

Mittlerweile ist EFCAM ist die einzig anerkannte Vertretung von nichtärztlichen CAM-Praktizierenden und zugleich auch die einzige CAM-Organisation, die in das European Health Policy Forum (EUHPF), das EU-Forum zur Gesundheitspolitik, aufgenommen wurde. Und EFCAM trat auch mit den Generaldirektionen EMPL (DG Employment, Social Affairs & Inclusion; Generaldirektion der EU für Beschäftigung, Soziales und Integration) und GROW (DG Internal Market, Industry, Entrepreneurship ans SMEs; Generaldirektion für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU) in Kontakt, um für die Regulierung von CAM zu intervenieren.

Nichtsdestoweniger steht EFCAM mitgliedermäßig und finanziell auf schwachen Beinen und ist vor allem finanziell primär von der ESF abhängig – verstärkt seit dem Austreten der ärztlichen CAM-Praktizierenden, die sich in der CAMDOC Alliance (http://www.camdoc.eu) zusammengeschlossen haben.

  • Die Unterschiede zwischen „CAM-Docs“ und nicht ärztlichen CAM-Praktizieren liegen grundsätzlich nicht so sehr in der Ausbildung in der jeweiligen CAM-Technik als vielmehr im grundlegenden Recht ihre Methoden anbieten zu können (abgesehen von wenigen Ausnahmen, wie z.B. die HeilpraktikerInnen in Deutschland).
  • Europaweit praktizieren mindestens 150.000 Ärzte CAM. Sie haben eine einflussreiche Lobby und genügend finanzielle Mittel, um ihr Ziel „Integrated Medicine“ bzw. „Evidence Based CAM“, also die ausschließlich ärztliche Anwendung von CAM, zu fördern. Zudem haben CAM-Ärzte eine gute Verbindung zu Forschern und schon jetzt die Möglichkeit einer professionellen Anerkennung.


Die rechtliche Situation von CAM in Europa

In Europa (EU) sind CAM-Methoden (komplementäre und alternative Medizin- bzw. Gesundheitsmethoden) – Shiatsu zählt im Verständnis der EU-Entschließung vom 27. Mai 1997 dazu – kaum anerkannt und existieren vielfach nur in einem rechtlichen „Grauraum“. Ihre freie Anwendung über Landesgrenzen hinaus existiert nicht. Auch Forschungsarbeiten zu CAM gibt es kaum und die üblichen, weit verbreiteten Forschungsansätze (Placebo kontrollierte Blindstudien, RCTs, Random Controled Trials) lassen sich auf die meisten CAM-Techniken nicht oder nur schwer anwenden.

Das einzige Land in Europa (abgesehen von der Schweiz, die nicht der EU angehört), in dem Shiatsu als eigenständiger Beruf anerkannt ist (d.h. keinen Quellberuf wie z.B. HeilpraktikerIn, ÄrztIn oder PhysiotherapeutIn erfordert), ist Österreich.

  • In Österreich ist Shiatsu als Teilbereich der gewerblichen Massage reguliert und „steht und fällt“ in seiner beruflichen Positionierung mit ihr. Die Freigabe von Massage als reglementiertes Gewerbe beispielsweise, die in der letzten Gewerbeordnungsnovelle von manchen Politikern gefordert wurde, würde zwar weiterhin das auf Shiatsu eingeschränkte Massage-Gewerbe bewahren, staatliche Qualitätskriterien (verbindliche Ausbildungsrichtlinien, Fortbildung …) wären damit aber nicht mehr gegeben.
  • Sollte die bisherige gewerbliche Regelung von Massage überhaupt wegfallen (z.B. im Zuge einer Harmonisierung durch die EU), würde die gewerbliche MasseurIn (Shiatsu-PraktikerIn) ihre eigenständige Berufsanerkennung verlieren – sollte Shiatsu nicht gleichzeitig auf europäischer Ebene geregelt werden.
  • Medizinische und Heilmassage (und das könnte auch ein Argument für die Deregulierung darstellen) wären von einer Änderung des Gewerberechts nicht betroffen und weiterhin – im Gesundheitsbereich – reguliert.
  • Im Unterschied zur medizinischen und Heilmassage sind in der gewerblichen Massage Kranken/Heilbehandlungen nicht erlaubt: Shiatsu ist als gewerbliche Behandlung, nicht als CAM-Methode reguliert.


Europäische Gesundheitspolitik

Die Europäische Union (EU) verfolgt eine länderübergreifende Gesundheitspolitik und Gesundheitsprogramme, die konventionelle Medizin, CAM und Patientenrechte betreffen. Sie erlässt dazu Gesetze und Richtlinien, die von den nationalen Regierungen befolgt und in ihre Gesetzgebung aufgenommen werden müssen. Ein wichtiges Grundrecht ist die so genannte Niederlassungsfreiheit (freedom of movement und freedom of establishment) über Landesgrenzen hinaus.

Ihre Ziele im Bereich der Gesundheitspolitik bis 2020 sind insbesondere die Verbesserung der Gesundheit ihrer Bürger, die Vermeidung chronischer, vor allem Lebensstil-Erkrankungen, eine Reduktion der Kosten des Gesundheitssystems, die Reduktion von Krankenständen, die Reduktion von sozialen Ungleichheiten, Gesundheit zu erlangen und zu bewahren und die Verlängerung der Lebensspanne ihrer Bürger bei guter Gesundheit um (zumindest) zwei Jahre.


Primäre Argumente für eine politische Anerkennung und Unterstützung von CAM

Alle diese Hauptanliegen stehen miteinander in Beziehung, verschränken sich gleichsam: Gleicher Zugang für alle Bürger beruht auf korrekter und gut zugänglicher Information, akkreditierten und gut ausgebildeten Anbietern sowie angemessener Anwendung von CAM begleitend zu konventioneller Behandlung. Dass es ausreichend akkreditierte und gut ausgebildete Anbieter gibt, allerdings hängt seinerseits von angemessenen Regulierungen ab und von zugänglicher klarer Information für die politisch Handelnden/Entscheidenden. Die Anwendung von CAM, begleitend zu konventioneller Medizin, wiederum hängt von sinnvollen Regulierungen ab und solider Information. Politische Initiativen müssen deshalb alle Aspekte ansprechen und berücksichtigen, um effektiv zu sein.

  • 1. CAM wird von vielen EU-Bürgern genützt

CAM wird in Europa von vielen PatientInnen und vielen AnwenderInnen – ÄrztInnen und Nicht-ÄrztInnen – genützt, wobei das Angewiesensein auf private Anbieter, das Fehlen von unabhängigen Quellen mit zuverlässigen Informationen, ebenso wie das Fehlen von gesicherten Daten über die Sicherheit von CAM-Anwendungen Hindernisse in Hinblick auf Zugang, zuverlässige Informationen und sichere, vertrauenswürdige Behandlungen darstellen.

  • Bis zu 86 Prozent der EU-BürgerInnen, so Publikationen, nutzen CAM, wobei der Großteil der Angebote privater Natur ist, d.h. außerhalb des offiziellen Gesundheitssystems angeboten wird. Das bedeutet, dass sich vor allem besser situierte / besser verdienende Menschen komplementäre und alternative Methoden zur Förderung und Erhaltung ihrer Gesundheit leisten können – was in grundsätzlichem Widerspruch zum Prinzip der EU steht, allen ihren BürgerInnen einen gleichermaßen guten Zugang zur bestmöglichen Gesundheitsversorgung zu ermöglichen.
  • Die aktuelle Situation steht auch in Widerspruch zum EU-eigenen Gesundheitsprogramm für 2008 bis 2013, das als Zielsetzung „the programme should recognise the importance of a holistic approach to public health and take into account....complementary and alternative medicine in its actions" formulierte.
  • Die Zahlen belegen – auch dann, wenn man CAM nicht überall und für jeden zugänglich ist –, dass sich viele EU-BürgerInnen eine informierte Wahl wünschen, die auf klaren und leicht erreichbaren Informationen beruht. Ein solcher, einfacher Zugang zu relevanten Informationen über CAM entspricht zudem der EU-Gesundheitsrichtlinie zur Förderung der Fähigkeit der Menschen gute Entscheidungen in Hinblick auf ihre Gesundheit zu treffen.
  • Forschungsdaten legen nahe, dass Menschen, die CAM nutzen, die Behandler-Klient-Beziehung mit ihrem ganzheitlichen und personenzentrierten Zugang honorieren, dass sie CAM als sicher betrachten und dass sie die Risiken von konventioneller Medizin und alternativen Methoden unterschiedlich einschätzen.

 

  • 2. Es gibt keine einheitliche Regelung für CAM in Europa

Es gibt ebenso viele Regelungen wie Mitgliedsstaaten. In manchen Mitgliedsstaaten kann CAM durch ÄrztInnen ausgeübt werden, unabhängig von ihrer Ausbildung in der jeweils spezifischen Methode. Und in den meisten Ländern werden CAM-Anwender toleriert, allerdings ohne formale Anerkennung oder Regulierung. Diese Faktoren begrenzen sowohl den Zugang für PatientInnen/KonsumentInnen wie auch das Recht CAM zu praktizieren.

  • EU-weit gibt es, so EFCAM, nachweislich etwa 257.000 nichtärztliche (möglicherweise weitere 100.000, die – bislang noch – nicht erfasst sind) und etwa 150.000 ärztliche CAM-Praktizierende, dazu nahezu 50 CAM-Methoden.
  • 2013 praktizierten, so EFCAM, 31.700 Menschen in Europa „Naturopathie“, Akupunktur und Chinesische Medizin 30.410, Phytotherapie 29.100. Shiatsu kam in dieser Auflistung mit 7.470 offiziellen Praktikern an die 8. Stelle, noch vor den Homöopathen mit 4.542 Praktizierenden an der 10. Stelle.
  • Nur wenige CAM-Methoden sind geregelt – und wenn, oft nur in einem Land oder einigen Ländern, nicht aber einheitlich – und werden deshalb kaum legal (außerhalb eines rechtlichen Grauraums) praktiziert.
  • George Lewith, Professor für Gesundheitsforschung an der University of Southampton, geht davon aus, dass CAM von mehr als 100 Millionen EU-BürgerInnen genützt wird (http://www.guardian.co.uk/healthcarenetwork/2012/nov/29/complementary-alternative-medicine-research-regulation).
  • Es gibt keinerlei Harmonisierung der Berufsausbildungen weder für ÄrztInnen noch für Nicht-ÄrztInnen (Praktiker), aber einige Methoden haben ihre eigenen, freiwilligen europaweit geltenden Ausbildungsrichtlinien. Diese Richtlinien, die von privaten Ausbildnern („Schulen“) für ÄrztInnen wie auch Nicht-ÄrztInnen angewendet werden (universitäre Ausbildungslehrgänge sind selten), haben sehr unterschiedliche Qualitätslevel (und entsprechen in ihren Anforderungen von Third-Level-Diplomen bis zu Master-Lehrgängen).
  • Ziel ist es, einen Rahmen zu schaffen, in dem eine sinnvolle Ausbildung möglich ist und eine sich daraus ergebende sichere Anwendung der jeweiligen Methode für PatientInnen/KonsumentInnen (wobei es nachvollziehbar ist, dass für z.B. Reiki andere Erfordernisse gegeben sind als für z.B. für Kräutermedizin).

 

  • 3. Die Rolle von CAM und ihre Beiträge sind vielfältiger als die konventioneller Medizin

CAM reicht von der Unterstützung und der Unterweisung für allgemeines Wohlbefinden, Gesundheitskompetenz, Gesunderhaltung, Vermeidung von Erkrankungen (insbesondere chronische Erkrankungen) über die Behandlung von einer breiten Palette von Erkrankungen bis hin zu Palliativmedizin und zur unterstützenden Begleitung von Menschen am Lebensende. Im Unterschied zur konventionellen Medizin liegt der primäre Fokus nicht auf der Erkrankung, vielmehr stehen bei CAM die Gesundheit und ihre Erhaltung wie auch Lebensqualität im Zentrum ihrer Bemühungen.

  • Die Forschung zeigt, dass "self empowerment" (Selbstermächtigung) und ein gleichwertiger Partner im Gesundheitsprozess zu sein, wesentliche Faktoren sind, gesunderhaltende Maßnahmen zu setzen und sicherere oder effektivere Behandlungen (bei bestehender Erkrankung) zu wählen. Individuelle CAM-Anwendungen können die Effektivität stärken, so wie Shiatsu beispielsweise die Gesunderhaltung und die Gesundheitskompetenz stärkt, zugleich aber auch bei Erkrankungen zu unterstützen vermag.
  • Darüber hinaus gibt es eine zwar noch schwache, aber durchaus vorhandene Hinweise auf die Kosteneffektivität von CAM.
  • Spezialisten im Gesundheitssystem sind vielfach nur unzureichend informiert über CAM, ihre Möglichkeiten, ihre Beiträge begleitend zu einer konventionellen Behandlung und ihre generelle Sicherheit. Hier gibt es viele Vorurteile und wenig Fakten.
  • CAM kann unabhängig von konventioneller Medizin angewendet werden oder auch begleitend. Auch hier zeigt die Forschung, dass EU-BürgerInnen die Wahlmöglichkeit haben möchten und, wenn sie es als sinnvoll erachten, CAM begleitend zur Anwendung konventioneller Medizin in Anspruch nehmen.
  • Viele AnbieterInnen von CAM sind der Ansicht, dass CAM in konventionelle Medizin integriert seine Effektivität und Attraktivität zumindest teilweise verliert, wollen CAM aber parallel zu konventionellen Behandlungen anwenden, wenn es zum Besten der PatientInnen/KonsumentInnen ist (und von ihnen gewünscht wird) .
  • CAM-Methoden entsprechen auf vielfältige Weise den EU-Gesundheitszielen. Damit die sich daraus ergebenen Chancen aber genutzt werden können, bedarf es einer starken Lobby für CAM, ein starkes gemeinsames Auftreten und qualitativ hochwertige und einheitliche Ausbildungen.


Forschung zu CAM

Das Forschungsnetzwerk CAMbrella (http://www.cambrella.eu/home.php) war ein EU-gefördertes Projekt. Sein Ziel es war, eine "Roadmap" für die künftige Erforschung von CAM-Methoden zu entwickeln in Hinblick darauf, inwieweit komplementäre und alternative Methoden für die gesundheitlichen Bedürfnisse der europäischen Bürger von Bedeutung sind (effektiv, kostengünstig und sicher).

CAMbrella hatte seine Abschlusskonferenz am 28. November 2012 und am Tag darauf erschien in „Guardian Professional“ ein Artikel zu CAM-Forschung von George Lewith (Professor für Gesundheitsforschung an der University of Southampton), der sich auf die Ergebnisse von CAMbrella bezieht.

  • Komplementäre und alternative Methoden werden, so führt Lewith aus, von mehr als 100 Millionen EU-Bürgern genützt, dennoch aber nach wie vor kontroversiell diskutiert: „CAM involves a variety of different medical systems and therapies that are mainly used outside conventional healthcare, but are increasingly being adopted and integrated into healthcare systems; acupuncture and the use of various herbal treatments are good examples. The EU sees the regulation of healthcare as a national responsibility, while medicinal products are all regulated centrally by the European Medicines Agency. There is no common approach to the regulation of CAM practice in the EU; all 39 countries do it their own way. This diversity hampers any efforts to establish good professional regulation, consistent treatment approaches and high quality research. The many patient surveys available suggest that most Europeans want to have access to CAM. People want simple information to be made available about safety and effectiveness and for the products and practitioners to be transparently regulated“ (http://www.guardian.co.uk/healthcarenetwork/2012/nov/29/complementary-alternative-medicine-research-regulation).

Während CAM-Methoden in den Vereinigten Staaten von Amerika, in Australien, China und Indien mit Unterstützung der Regierung erforscht werden, fehlt ein solcher Zugang in der Europäischen Union. Weil CAM von sehr vielen Menschen in ihrer Eigenverantwortung in Anspruch genommen wird, so Lewith, sollte es eine europäische Zielsetzung sein, herauszufinden welchen Beitrag CAM-Methoden für die aktuellen Herausforderungen des Gesundheitswesens leisten können.

  • CAMbrella, so führt Lewith aus, schlägt deshalb in seinem Bericht vor, dass CAM-Behandlungen und ihr Nutzen in Hinblick (vor allem) auf weit verbreitete einschränkende chronische und kostenintensive Erkrankungen erforscht werden sollte. Dafür sollte ein „EU research office for CAM“ geschaffen werden, denn „a research-based approach to CAM“ sei eine adäquate Antwort auf diese Fragestellungen sowohl für die politisch Verantwortlichen wie auch die KonsumentInnen.
  • Gegenwärtig gibt es eine Tendenz hin zur „medizinischen CAM“, die auch in der und durch die Forschung gefördert wird.


Forschung zur Wirksamkeit (Evidenz) und Sicherheit von Shiatsu

Eine Studie über die Wirkungen von Shiatsu wurde vor einiger Zeit von der ESF in Angriff genommen. Die Studie „The Effects and Experience of Shiatsu“, die von der Universität Leeds (Andrew Long) durchgeführt wurde, dauerte – vom Fundraising über die Durchführung der Pilotstudie bis hin zur Veröffentlichung der Hauptstudie – etwa 10 Jahre und kostete fast 200.000 Euro.

Für die Erstellung von Studien, die notwendig sind, um die positiven Effekte von Shiatsu (wie auch die Sicherheit der Behandlungen) zweifelsfrei zu belegen, wäre ein Budget notwendig, das die ESF aktuell nicht aufbringen kann.

  • Leider wäre damit aber immer noch nicht garantiert, dass alle Zweifel (für eine Integration in das europäische Gesundheitssystem) ausgeräumt wären und die Anerkennung von Shiatsu erfolgt – die Chance allerdings wäre beträchtlich besser.


Warum politische Arbeit und Lobbying?

Grundlegend verwaltet die Politik die bürgerlichen Rechte, Freiheiten und Pflichten, indem sie Gesetze beschließt, die diese Rechte, Freiheiten und Pflichten bestimmen. Die Politik entscheidet damit über die Verteilung von Reichtum und Macht und darüber, wer was machen oder nicht machen darf, um wen man sich kümmert oder um wen nicht.

Demokratische Politik gibt allen Bürgern die Gelegenheit an solchen Entscheidungen mitzuwirken. Allerdings haben diejenigen, die diese Möglichkeit nutzen, die größere Chance, das zu erreichen, was sie anstreben: „Those who take it get what´s going. Those who don´t get what´s left”. Alle anderen haben keine aktive Möglichkeit, die (und damit ihre) Zukunft mitzugestalten und müssen letztlich hinnehmen, was beschlossen und umgesetzt wird.

Teilnahme ist (neben anderen Aspekten wie Geld oder auch politischen Fähigkeiten) hier der entscheidende Faktor, und Lobbying bedeutet die politischen Strukturen zu nutzen, um der eigenen Sache zu dienen.

Das gilt nicht nur für Österreich und dessen rechtliche Regelungen, sondern auch für die europäische Union, die in vielen Bereichen in nationales Recht eingreift, individuelle Ansätze in den Mitgliedsländern harmonisiert und Rahmenbedingungen für nationale Regelungen vorgibt.


Ist der politische Weg unumgänglich?

Wenn eine gesetzliche Verankerung der Ausübung von Shiatsu angestrebt wird, ist der politische Weg unumgänglich. Ohne formale (d.h. gesetzliche) Regelung durch den Staat gibt es kein garantiertes und damit konkretes Recht auf Berufsausübung und die Verletzbarkeit gegen politische Angriffe derer, die die Ausübung von Shiatsu (und anderen CAM-Methoden) einschränken möchten, bleibt damit bestehen.

Alle Gesetze werden von Parlamenten und Regierungen beschlossen, die sich aus PolitikerInnen zusammensetzen. Aus diesem Grund ist der politische Weg unumgänglich, denn nur über das politische System lässt sich ein europaweit garantiertes Recht erlangen.

  • In Österreich ist die Situation insofern etwas anders gelagert, als Shiatsu im Rahmen des Massage-Gewerbes staatlich/rechtlich reguliert ist.
  • Dieses Recht gilt allerdings nur für Österreich (die Ausübung in einem anderen europäischen Land ist auf dieser Rechtsgrundlage nicht möglich) und nur so lange wie die Gewerbereglung in Österreich gilt (und nicht im Zuge einer europäischen Harmonisierung fallen gelassen wird). Zudem ist Shiatsu nur als Teilbereich der Massage (nicht als eigenständige Methode) reguliert.


Strategiewechsel

2015 hat die ESF mit und durch EFCAM einen Strategiewechsel vorgenommen, der vor allem den Schwierigkeiten geschuldet ist im europäischen Gesundheitssystem Fuß zu fassen. In Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern geht es nämlich sehr rasch um die nicht zufriedenstellend zu beantwortende Frage nach der „Evidenz“, d.h. die wissenschaftlich belegten und begründeten medizinischen bzw. gesundheitsfördernden Wirkungen von Shiatsu.

Evidenzbasierte Medizin bezeichnet eine Gesundheitsversorgung, bei der Patienten auf Basis der besten zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Daten behandelt werden. Sie beruht auf der systematischen Suche nach relevanten empirischen Befunden zu einer klinischen Frage sowie deren Beurteilung.

Eine Meta-Analyse ist ein statistisches Verfahren, das die Ergebnisse mehrerer methodisch einwandfreier Studien zur gleichen Frage zusammenfasst. Die Autoren von Überblicksartikeln, so genannten Reviews, setzen diese Methode ein, um alle jeweils verfügbaren Einzelstudien nach bestimmten Kriterien zu sichten und kritisch zu bewerten.

Randomisierte kontrollierte Studien gelten als „Goldstandard" in der evidenzbasierten Medizin, wobei Randomisieren bedeutet, dass die Probanden per Zufall in zwei oder mehrere Gruppen aufgeteilt werden. Eine Gruppe erhält zum Beispiel ein neues Medikament, eine andere wird konventionell therapiert oder bekommt ein Placebo – ein Scheinpräparat ohne pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoff. So können die Forscher vergleichen, wie sich das neue Medikament im Vergleich zur Standard- oder Scheintherapie bewährt. Die Randomisierung soll dabei sicherstellen, dass sich gefundene Unterschiede auf die unterschiedliche Behandlung (und nicht andere Einflussfaktoren) zurückführen lassen.

Blindtestung bezeichnet das Prinzip, die Zuordnung der Teilnehmer zu Therapie- oder Kontrollgruppe vor allen Beteiligten geheim zu halten, damit das Wissen um die jeweils angewendete Methode nicht beeinflusst. In „einfach-blinden" Studien erfahren nur die Probanden nicht, ob sie zur Test- oder zur Vergleichsgruppe gehören, in „doppel-blinden" Studien bleibt dies sogar den Versuchsleitern verborgen, solange die Untersuchung läuft.

Die neue Strategie geht deshalb (zumindest zunächst) weg davon, CAM als Heil-Methode zu präsentieren und zu verankern, hin zur Etablierung von CAM als eine Methode, deren primäre Zielsetzungen Prävention, Gesundheitsförderung und Gesundheitsvorsorge sind. Die Behandlung vorliegender Beschwerden steht dabei weniger im Vordergrund: Von komplementärer und alternativer Medizin zu Complementary and Sustainable Healthcare, komplementärer und nachhaltige Gesundheitsvorsorge: „CAM is a public health practice, not a health practice per se, encompassing health services across the course of life. Ist primary focus is health not illness“.

Damit einher geht auch eine neue Argumentationslinie: Ging es bislang um den Beitrag, den CAM für das Gesundheitssystem leisten kann (z.B. im Rahmen von „Active and Healthy Ageing“), geht es derzeit mehr um das „Right of Work“ und „Crossborder Rights“ für zumindest eine Viertel Million nichtärztliche CAM-Anbieter in ganz Europa.

  • Primäre Themen bzw. Ansatzpunkte für die Gespräche mit den EU-Entscheidungsträgern sind infolgedessen der Arbeitsmarkt, das Niederlassungsrecht („Recognition, Regulation and the Right to Work of CAM professionals“) sowie Gesundheitserziehung und Gesundheitsvorsorge.
  • Die Anstrengungen in Bezug auf die EU-Politik gingen allerdings schon früher weg von einer direkten politischen und/oder medizinischen Anerkennung von CAM-Methoden, die nur sehr schwer zu erringen ist, dahin, den Beitrag von CAM zur Bewahrung von Gesundheit in den Vordergrund zu stellen – um auf diesen Weg überzeugende Argumente für eine Anerkennung und Regelung von CAM zu liefern.

Primärer Ansprechpartner sind deshalb nicht mehr das DG Health and Food Safety (Generaldirektion für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit), vielmehr die DGs EMPL (Employment, Social Affairs & Inclusion; Generaldirektion der EU für Beschäftigung, Soziales und Integration) und GROW (Internal Market, Industry, Entrepreneurship ans SMEs; Generaldirektion für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU).

Die Ziele von Shiatsu (und CAM generell) entsprechen aber auch weiterhin im Wesentlichen denen der europäischen Gesundheitspolitik: „prevention, promotion, protection“.


Das Recht Shiatsu in Europa auszuüben (Right to Work)

Mit Shiatsu zu arbeiten ist auf europäischer Ebene nicht untersagt oder verboten. Aber: Alle Tätigkeiten, die nicht formal legalisiert sind, werden zwar toleriert, haben aber keinen staatlichen Schutz. Und die PraktikerInnen haben keine expliziten Rechte. Wie auch für andere CAM-Techniken gibt es kein konkretes Recht europaweit mit Shiatsu zu arbeiten und kein eigenständiges, gesetzlich verankertes Berufsbild. Zudem sind die Bedingungen, unter denen Shiatsu ausgeübt werden kann, in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich.

  • Eine gewisse Ausnahme bilden Irland und Großbritannien, in denen es ein Common Law-System gibt, das jede Tätigkeit erlaubt, es sei denn, sie ist gesetzlich verboten. Im übrigen Europa sind Aktivitäten nur dann legal, wenn sie vom Staat offiziell legalisiert werden.
  • Eine weitere Ausnahme bildet Österreich. Hier ist Shiatsu (als einziges Land der EU) – die Ausbildung wie auch die Ausübung – im Rahmen des Massagegewerbes gesetzlich geregelt.

Das europäische „Right to Work“ geht über die Duldung (Nicht-Untersagung) hinaus und bedeutet eine formale (rechtliche) Festschreibung der Ausübungsmöglichkeit von Shiatsu, die rechtlich auch durchsetzbar ist. Derzeit ist die Position von Shiatsu (und das gilt auch für andere CAM-Techniken) schwach und kann jederzeit, wie Bestrebungen in verschiedenen Ländern immer wieder zeigten, angegriffen und die eigenständige Ausübung untersagt werden (weil, wie schon angeführt, kein explizites Recht besteht).

Die konkrete Festschreibung des Rechts auf Arbeit für CAM-Anbieter (Shiatsu-Praktizierende) bedeutet, dass der Staat die Existenz von CAM-Fachkräften (Shiatsu-PraktikerInnen) formell als rechtmäßige Fachleute mit einem Recht auf Arbeit anerkennt, und dass der Staat rechtliche und/oder administrative Verfahren einführt, um die Anerkennung und Regelung in die Praxis umzusetzen.

  • Zwei Faktoren sind dabei von Bedeutung:

-    Regierungen erlassen Gesetze in erster Linie, um ihre Wahlversprechen zu erfüllen und/oder weil es einen sehr starken öffentlichen Druck für etwas gibt.

-    Regierungen sind (zunehmend) Mischungen unterschiedlicher politischer Ansichten und ihre Regierungszeiten werden kürzer, so dass es sehr schwierig ist und sehr lange dauern kann, neue Gesetze und/oder Verwaltungsverfahren zu bekommen, die nicht zu den wichtigsten Politikbereichen gehören oder nicht von unmittelbarem öffentlichem Interesse sind.

Der erste Zweck der Festschreibung der Arbeitsrechte von CAM-Praktizierenden ist deshalb der Schutz des Status quo, d.h. dass sie – reglementiert – arbeiten dürfen. Das formale „Right of Work“ zu bekommen, führt zum nächsten Schritt: Dass dieses Recht „verwaltet“ wird. Das bedeutet, dass erforderliche Ausbildungsqualifikationen vereinbart werden müssen, Verfahren zur Überprüfung von Ausbildungs- und Praxisstandards, öffentliche Register etc.

  • All das wird schon jetzt von den Shiatsu-Verbänden erfüllt, aber wenn es eine Regelung gibt, werden diese Erfordernisse entweder vollständig von einer externen Organisation durchgeführt oder aber teilweise von einer externen Organisation und teilweisen von den Shiatsu-Dachverbänden selbst.

Welcher Berufsgruppe Shiatsu (bzw. CAM generell) zugeordnet wird (bzw. zugeordnet werden soll) ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden und festgelegt (und bedarf weiterer Schritte, z.B. der Zuordnung im Rahmen des EQF). Aktuell steht noch die grundsätzliche Anerkennung der beruflichen Ausübung von Shiatsu (innerhalb definierter Anwendungsgrenzen) im Vordergrund.

  • Aktuell liegt die Empfehlung darin, Shiatsu als komplementäre und nachhaltige Gesundheitsvorsorge (nicht als medizinische oder Heilanwendung) zu präsentieren (weil dieser Bereich schwierig ist und eine unklare Abgrenzung von Ärzten oder anderen Gesundheitsberufen Probleme mit sich bringt).


Die aktuelle Situation

In einer Reihe von Ländern gibt es in letzter Zeit negative Entwicklungen, die sich gegen den CAM-Sektor richten (öffentlich bekannt geworden ist in letzter Zeit z.B. die Debatte rund um die Homöopathie in Belgien). Zwar betreffen die Aktionen aktuell nur bestimmte CAM-Techniken, zugleich aber verdeutlichen sie generell die Verwundbarkeit von CAM-Methoden, die alle mit dem gleichen Problem behaftet sind: dem fehlenden Beweis der Wirksamkeit („Evidenz“) im Verständnis der forschungsbasierten Medizin. Und sie verdeutlichen die Notwendigkeit, politische Schritte voranzutreiben und (möglichst) in ganz Europa koordiniert und konsequent zu handeln, denn die Tendenz von versuchten oder tatsächlichen negativen nationalen Regulierungen wird sich fortsetzen (vor allem, wenn dies in einigen Ländern erfolgreich geschieht) und kein Land ist davor sicher.

  • Dass viele der in diesem Zusammenhang geäußerten Ansichten und Vorschläge irrational erscheinen, ändert nichts an der Gefahr, die von ihnen ausgeht, wenn un- oder nur einseitig informierte Politiker damit angesprochen werden.
  • Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass der CAM-Methoden isoliert zu schwach sind, um solchen Angriffen zu widerstehen, weshalb es ein organisiertes und vorausschauendes Lobbying notwendig ist – basierend auf einer gemeinsamen, koordinierten Strategie, die sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene verfolgt wird („Cross European Approach“).

So schwierig sich die praktische Seite auch immer (wieder) gestaltet, eine gemeinsame Strategie auf nationaler und europäischer Ebene (Lobbying für eine europaweite Regulierung von CAM/Shiatsu) ist der einzige Weg für eine nachhaltige Absicherung der Tätigkeit von CAM/Shiatsu-Praktizierenden.

 


[1] CAM bezeichnet, wörtlich übersetzt, komplementär- und alternativmedizinische Behandlungsmethoden, wird jedoch im Sprachgebrauch allgemeiner und damit auch für nichtmedizinische Methoden verwendet.