Bericht von der Generalversammlung vom 15. November 2019


Auch dieses Jahr war die Generalversammlung des Dachverbandes wieder in ein umfassendes Rahmenprogramm eines ÖDS-Tages eingebettet: mit Workshops von  Henriette Miklos (Meridiane bewegen: Mit Meridian-Yoga in den Tag), Klaus Ströbinger (Ansteckende Gesundheit - der IOKAI Shiatsu Weg) und Anna-Christina Nestler (Finde Deinen Fokus - das Wesentliche in der Shiatsu Behandlung). Ergänzend und zugleich auch vorbereitend auf das zentrale Thema der diesjährigen Generalversammlung, die Etablierung von Shiatsu als Beruf im Europäischen Qualifikationsrahmen EQR, fanden ein Regionalgruppen- und ein Schulen-Treffen statt.

Die Generalversammlung begann um 17.30 Uhr. Knapp 60 Mitglieder nahmen daran teil, größtenteils PraktikerInnen und ein einige SchülerInnen.

Nach dem formalen Start (Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit, Genehmigung der Tagesordnung, Genehmigung des Protokolls der Generalversammlung 2018) folgte der Bericht des Obmanns Alexander Tavakoli, der zum einen die „Erfolgsgeschichte“ des ÖDS in den letzten Jahren und die sich damit notwendigerweise verändernden Strukturen in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte, und zum anderen einen kurzen Überblick über die Aktivitäten des letzten Jahres bot.

  • Gab es vor zehn Jahren erst knapp über 400 Mitglieder, sind es nun fast 1.000 Mitglieder mehr. Das bedeutet einerseits ein deutlich größeres Budget, über das der ÖDS verfügt und dass er für seine Mitglieder und die Belange des ÖDS einsetzen kann, zum anderen aber auch eine größere Verantwortung, die sich auch zeitlich, z.B. mit Budget-Klausuren und diversen anderen Aktivitäten, in den Aufgaben der Vorstandsmitglieder niederschlägt.
  • Trotz der höheren budgetären Möglichkeiten des Verbandes wurde bei den ÖDS-Tagen im Frühjahr dennoch erstmalig und notwendigerweise – gleichsam als Versuchsprojekt und ansonsten nur schwierig zu finanzieren – ein neuer Weg beschritten: TeilnehmerInnen an den ÖDS-Tagen im Juni wurden um einen Unkostenbeitrag für die drei Veranstaltungstage (12. bis 14.) der Höhe von 96 Euro gebeten. Dafür aber wurden internationale Vortragende, wie Ryokyo Endo (Japan), Patrizia Stefanini (Italien) und Alessandro Gambetta (Italien), eingeladen und eine internationale Podiumsdiskussion zu „Braucht Shiatsu Forschung? Welche Forschung braucht Shiatsu?“ mit TeilnehmerInnen aus Großbritannien, Italien, Deutschland und Österreich veranstaltet. Diese wurde auch live von OkiTalk ausgestrahlt und ist auf YouTube nachzuhören. Ergänzend gab es einen japanischen Abend mit Kaligraphie, Kimono-Anproben, Tee-Zeremonie und Musik. Das Angebot wurde mit über 100 TeilnehmerInnen gut angenommen: Die Generalprobe für derartige Veranstaltungen war damit ein Erfolg und ermöglicht den Ausblick auf weitere, größere Events.
  • Ein wesentlicher Teil der letztjährigen Aktivitäten war die Zusammenarbeit mit der PR-Agentur Himmelhoch, wodurch die Präsenz von Shiatsu in verschiedenen Medien deutlich erhöht werden konnte. Allerdings forderten diese und weitere Maßnahmen ihren finanziellen Tribut, womit (und das war eine geplante und vorab angekündigte Entscheidung) ein Großteil der Rücklagen aufgebraucht wurde. Eine Mappe mit den PR-Aktivitäten war von Alexandra Gelny, die leider auch nicht persönlich anwesend sein konnte, vorbereitet worden und lag zur Einsicht auf.
  • Erfreulich, so berichtete Alexander weiter, ist auch der Umstand, dass es seit kurzem  – mit Tirol und Vorarlberg – Regionalgruppen in allen Bundesländern gibt.

Nach dem Bericht des Obmann, folgte der Bericht des Kassiers, den Alexander stellvertretend übernahm, da Roberto Preinreich verhindert war.

  • Der Abschluss für das vergangene Jahr erfolgte wie im Voranschlag festgelegt.
  • Das der Generalversammlung vorgelegte Budget 2020 ist ausgeglichen mit einem leichten (erwarteten) Überschuss.

Die anschließenden Anträge auf Entlastung von Vorstand und Kassier wurden einstimmig angenommen.

Einstimmig gewählt wurden eine neue Rechnungsprüferin und zudem drei Vorstandsmitglieder, die schon während des Jahres vom Vorstand kooptiert wurden. Dabei handelt es sich um Bettina Pessl und Stefanie Schwingenschlögl als SchülerInnen-Vertreterinnen und Alfred Müller als Schulen-Vertreter.

Den inhaltlichen Schwerpunkt der Generalversammlung bildete die Vorbereitung des NQR-Ansuchens für „Qualified Shiatsu Practitioner“ durch das „NQR-Team“ Eduard Tripp, Alexander Tavakoli und Roberto Preinreich. Eduard, unterstützt von Alexander, berichtete über die bisherige Arbeit und den Stand der Vorbereitungen.

  • Die durchaus zeitintensive Entwicklung des Basisdokuments für das Ansuchen erfolgte in Zusammenarbeit mit einer NQR-Spezialistin und war zum Zeitpunkt der Generalversammlung zu 95 % fertig gestellt.
  • Die Zielsetzung war die Herausarbeitung der Qualifikationen der Shiatsu-PraktikerInnen auf Basis der bestehenden Ausbildung und des bestehenden Prüfungssystems auf hoher Qualifikationsstufe. Dabei hat sich herausgestellt, dass ein Ansuchen auf Stufe 6 (vergleichbar mit den Meisterqualifikationen oder, auf akademischer Ebene, dem Bachelor) realistisch vertretbar ist.
  • Für angehende Shiatsu-PraktikerInnen, die (vorausgesetzt das Ansuchen wird positiv angenommen) die NQR-Qualifikation erhalten möchten, bedeutet das einen Mehraufwand von 16 Unterrichtseinheiten (8 Stunden Ethik und Recht sowie 8 Stunden unternehmerische Grundlagen) und eine Prüfung darüber. Die beiden Kurse (und die Prüfung) sind unabhängig von den Schulen und werden vom Dachverband organisiert. D.h. die Ausbildung an den Schulen verändert sich in dieser Hinsicht nicht. Auch ist es weiterhin möglich den Abschluss nach den heute geltenden Kriterien zu machen und auf die NQR-Zertifizierung zu verzichten.
  • Für manche SchülerInnen könnte sich eine Änderung auch noch dann ergeben, wenn an ihrer Schule eine theoretische Facharbeit nicht verpflichtend war. Für die NQR-Zertifizierung ist sie aber Voraussetzung.
  • Für (manche) Schulen ergeben sich Veränderungen im Unterricht der medizinischen Fächer, also vor allem Anatomie, Physiologie und Pathologie, für die es nunmehr Vorgaben gibt, wer den Unterricht leiten und das Fach anschließend prüfen darf. Im Beispiel Pathologie ist damit die Einbeziehung eines Arztes, einer Ärztin unbedingt erforderlich.
  • Weitere Änderungen ergeben sich unter Umständen im Prüfungsablauf, der nun stringenter beschrieben ist und eingehalten werden muss. Die Grundstruktur bleibt dabei aber komplett erhalten.
  • Für PraktikerInnen, die schon in ihrem Beruf arbeiten, dürften sich keine Veränderungen ergeben, da nicht zu erwarten ist, dass bereits berufstätige Shiatsu-PraktikerInnen noch z.B. einen Nachweis über unternehmerische Grundlagen erbringen müssen. Für jene, die noch nicht beruflich tätig sind, könnte es hingegen notwendig werden die beiden oben angeführten Kurse nachzubringen. Das wird aber erst definitiv feststehen, wenn der Antrag angenommen wurde. Und sollten sich Notwendigkeiten ergeben, so wird sich der Dachverband bemühen, seine Mitglieder so gut wie möglich zu unterstützen.
  • Mit der Einreichung ist frühestens Herbst 2020 und spätestens Jänner 2021 zu rechnen.

Nach Raum für Fragen und Diskussion zu einzelnen Punkten wurde der Antrag zur Einreichung (und entsprechende Anpassungen, die durchzuführen sind) ohne Gegenstimmen angenommen.

Den Abschluss der  Generalversammlung bildeten die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Christian Schnabl, Alexander Tavakoli, Roberto Preinreich und Eduard Tripp sowie zwei Kurzpräsentationen zu den Projekten Shiatsu4Future und Shiatsu Research Network.