Vor- und Nachgeburtliches Qi

Qi ist gerichtete Energie, die in einer bestimmten energetischen Konstitution funktionell definiert ist. Jing hingegen ist freie, nicht gerichtete Energie, ist Möglichkeit, Anlage. Dabei sind Jing und Qi eng mit einander verbunden: Das eine erzeugt jeweils das Andere.

Xiantianzhi Jing (Vorgeburtliches Jing)

Das Xiantiazhi Jing, wörtlich übersetzt das "Vorhimmels-Jing" (synonym wird auch von Xiantianshi Qi gesprochen), bezeichnet die angeborene Konstitution, deren Ursprung im Funktionskreis der Nieren der Eltern liegt. Das Jing von Vater und Mutter bilden in der befruchteten Eizelle das Vorgeburtliche Jing, das dem Kind als konstitutionelle Anlage mitgegeben wird.

Houtianzhi Jing (Nachgeburtliches Jing)

Das Houtianzhi Jing, wörtlich übersetzt das "Nachhimmels-Jing (man spricht auch vom Houtianzhi Qi), entspricht der erworbenen und damit veränderlichen Konstitution. Houtianzhi Jing wird aus der Nahrung extrahiert und kann - solange das Nahrungsangebot ausreichend ist und die Extraktionsfähigkeit des Körpers gegeben ist - immer neu aus der Nahrung extrahiert werden. Das Nachgeburtliche Jing lässt sich als momentane körperliche Verfassung verstehen.