Die Grundsubstanzen der Traditionellen Chinesischen Medizin sind

  • Qi (Energie),
  • Xue (Blut),
  • Jing (Essenz),
  • Shen (Geist) und
  • Jin Ye (Körperflüssigkeiten).

„Substanzen" ist dabei als ein relativer Begriff zu verstehen. Er beinhaltet keine Festlegung hinsichtlich Energie oder Materie, denn in der chinesischen Medizin stellen Energie und Materie ein Kontinuum dar. Qi z.B. hat sowohl energetische als auch materielle Aspekte. Vorsicht muss man auch gegenüber westlichen Übertragungen wie Energie, Blut, Geist etc. walten lassen, da diese Begriffe den Sinn und Inhalt der chinesischen Medizin nicht wirklich widerspiegeln. Obwohl Blut und Xue zum Beispiel durchaus gemeinsame Eigenschaften haben, ist Blut in der westlichen Medizin durch biochemische und histologische Parameter definiert, Xue hingegen beruht auf einem grundsätzlich anderen, einem energetischen Konzept.

Alle Substanzen sind jeweils relativ bezogen auf Yin und Yang. Jing beispielsweise ist Yin im Vergleich zu Qi, aber Yang im Vergleich zu Xue. Zudem haben alle Substanzen, unabhängig davon, ob sie (mehr) Yin oder Yang sind, sowohl einen Yin- als auch einen Yang-Aspekt. Diese unterschiedlichen Anteile sind besonders deutlich differenziert bei Qi und Jin Ye, wo es spezielle Yin- und Yang-Unterteilungen gibt. Ebenso verhält es sich auch bei Jing, dessen Yin- und Yang-Aspekte mit den Feuer- und Wasser-Aspekten der Niere verknüpft sind. Bei Xue und Shen hingegen ist die Differenzierung weniger deutlich.

Zusammenfassend kann man von zwei Hauptgruppen sprechen, einer Yin- und einer Yang-Gruppe, wobei innerhalb jeder Gruppe jede Substanz Funktionen hat, die sich mit jeder der anderen Substanzen dieser Gruppe überschneiden. Ying Qi hat z.B. gemeinsame Funktionen mit Ye, mit Xue und mit den Yin-Aspekten von Jing. Zudem jedoch hat jede Substanz auch ganz spezifische, nur ihr eigene Funktionen.

Yang-Gruppe:  Wei Qi, Jin, Shen, Yang-Aspekt von Jing 
Yin-Gruppe: Ying Qi, Ye, Xue, Yin-Aspekt von Jing