Eine Dokumentationspflicht, wie sie für Medizinische MasseurInnen und HeilmasseurInnen gesetzlich festgeschrieben ist, besteht für gewerbliche MasseurInnen wie auch Shiatsu-PraktikerInnen derzeit (noch) nicht. Dennoch aber wird auch gewerblichen MasseurInnen (und analog auch Shiatsu-PraktikerInnen) empfohlen – und es ist als Gegenstand in der Ausbildungsvorschrift für Massage enthalten, BGB 28.01.2003 68.Verordnung Massage –, neben der Kundendatei Aufzeichnungen über Befundung und Behandlung zu führen.

Eine Dokumentation

  • hilft, z.B. nach längeren Behandlungspausen – besser auf frühere Informationen zurückgreifen zu können;
  • hilft dabei, Behandlungsverläufe (Entwicklungen, Veränderungen …) besser erfassen zu können;
  • belegt die Professionalität der BehandlerIn; und
  • dient als schriftlicher Beleg (beispielsweise bei Haftungsfällen) dafür, dass die Anwendung des Shiatsu gemäß professionellen Behandlungsrichtlinien und Qualitätskriterien erfolgte.

Beschreiben lässt sich die Dokumentation als eine schriftliche Aufzeichnung für und über eine Behandlung bzw. Behandlungsserie, die vor allem folgende Informationen beinhaltet bzw. beinhalten sollte:

  • Angaben zur Person: Name, Geburtsdatum/Alter …
  • medizinische Informationen: Bei relevanten Beschwerden der KlientIn dürfen Behandlungen erst nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin und/oder TherapeutIn durchgeführt werden. Bei Vorliegen von Beschwerden ist eine medizinische Abklärung – auch in Hinblick auf Kontraindikationen – unbedingt erforderlich.
  • Befund: In der Massage wird unter Befund eine gezielte Untersuchung des Körpers verstanden, bei der der aktuelle Status Quo für eine Shiatsubehandlung festgehalten wird. Der Befund ist zu unterscheiden von einer ärztlichen Diagnose, die das Ergebnis einer ärztlichen Untersuchung ist. Auch subjektive Eindrücke der BehandlerIn und subjektive Beschreibungen der KlientIn finden hier ihren Platz.


Ärztliche Diagnose und Befund des Masseurs

  • Behandlungsplan: Überlegungen und Strategien der BehandlerIn, wie das individuelle Erscheinungsbild der vorliegenden funktionellen Störung(en) bestmöglich beeinflusst werden kann.
  • Protokollierung der Behandlung(en): Dokumentation, wie behandelt wurde, welche Reaktionen aufgetreten sind …

Informationen zur Dokumentationspflicht im Sinne des MMHmG 2003
(geltend für Medizinische MasseurInnen und HeilmasseurInnen)

  • Allgemeine Dokumentationspflicht und Auskunfterteilung
    § 3. (1) Medizinische Masseure und Heilmasseure sind verpflichtet, Aufzeichnungen über jede in Behandlung übernommene Person, insbesondere über den tätigkeitsrelevanten Zustand der Person bei Übernahme der Behandlung, die ärztlichen Anordnungen, den Behandlungsverlauf sowie über Art und Umfang der angewandten Tätigkeiten, zu führen und hierüber
    1. der behandelten Person,
    2. der zu ihrer gesetzlichen Vertretung befugten Person und
    3. der von ihr allenfalls namhaft gemachten Person alle Auskünfte zu erteilen. Sie sind verpflichtet, Personen gemäß Z 1 bis 3 über Verlangen Einsicht in die Dokumentation zu gewähren sowie gegen Kostenersatz die Herstellung von Abschriften zu ermöglichen.
    § 3. (3) Die Dokumentation im Sinne des Abs. 1 und 2 ist durch den Dienstgeber bzw. durch den freiberuflich tätigen Heilmasseur mindestens zehn Jahre aufzubewahren. Dies gilt auch im Falle der Niederlegung der beruflichen Tätigkeit.
    § 3. (5) Medizinische Masseure und Heilmasseure haben anderen Angehörigen der Gesundheitsberufe, die die betroffenen Patienten behandeln oder pflegen, die für die Behandlung und Pflege erforderlichen Auskünfte zu erteilen. Verschwiegenheitspflicht
    § 4. (1) Medizinische Masseure und Heilmasseure sind zur Verschwiegenheit über alle ihnen in Ausübung ihres Berufs anvertrauten oder bekannt gewordenen Geheimnisse verpflichtet.
    § 4. (2) Die Verschwiegenheitspflicht besteht nicht, wenn
    1. nach gesetzlichen Vorschriften eine Meldung des medizinischen Masseurs oder des Heilmasseurs über den Gesundheitszustand bestimmter Personen vorgeschrieben ist,
    2. Mitteilungen an die Sozialversicherungsträger, Krankenfürsorgeanstalten oder sonstige Kostenträger in dem Umfang, als er für den Empfänger zur Wahrnehmung der ihm übertragenen Aufgaben eine wesentliche Voraussetzung bildet, erforderlich sind,
    3. die durch die Offenbarung des Geheimnisses bedrohte Person den medizinischen Masseur oder den Heilmasseur von der Geheimhaltung entbunden hat,
    4. die Offenbarung des Geheimnisses nach Art und Inhalt zum Schutz höherwertiger Interessen der öffentlichen Gesundheitspflege oder der Rechtspflege unbedingt erforderlich ist. Besondere Dokumentationspflicht
    § 34. (1) Daten der Dokumentation dürfen
    1. an die Sozialversicherungsträger, Krankenfürsorgeanstalten oder sonstige Kostenträger in dem Umfang, als er für den Empfänger zur Wahrnehmung der ihm übertragenen Aufgaben eine wesentliche Voraussetzung bildet, sowie
    2. an den anordnenden Arzt, in dessen Behandlung der Patient steht, mit Zustimmung des Patienten oder der zur gesetzlichen Vertretung befugten Person übermittelt werden.
    § 34. (2) Im Falle des Ablebens eines freiberuflich tätigen Heilmasseurs ist sein Erbe oder sonstiger Rechtsnachfolger unter Wahrung des Datenschutzes verpflichtet, die Dokumentation für die der Aufbewahrungspflicht entsprechenden Dauer gegen Ersatz der Aufbewahrungskosten dem Amt der zuständigen Landesregierung oder einem von diesem Amt benannten Dritten zu übermitteln.