Die European Shiatsu Federation (ESF) wurde im Februar 1994 von den Verbänden von Italien (Federazione Italiana Shiatsu, FIS), England (Shiatsu Society), Schweiz (Shiatsu-Gesellschaft Schweiz, SGS), Deutschland (Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland, GSD) und Österreich (Österreichischer Dachverband für Shiatsu, ÖDS) ins Leben gerufen. 1995 wurden der nationale Verband von Irland (Shiatsu Society of Ireland) und 1997 die nationalen Verbände von Spanien (Asociacion de Profesionales de Shiatsu de Espana) und Belgien (Belgische Shiatsu Federatie) als Vollmitglieder in den ESF aufgenommen. In der Folge ist Schweden der ESF beigetreten. Der Dachverband der Schweiz ist 2001, die Dachverbände Deutschlands und Italiens (FIS) 2002 aus der ESF ausgetreten. Italien blieb aber dennoch mit Federshiatsu, einer der mehreren Shiatsu-Dachverbände Italiens, in der ESF vertreten. Im Juni 2003 wurde Griechenland als neues Mitglied in die ESF aufgenommen, und mit 2004 wurde Tschechien Mitglied der ESF.

  • Assoziierte Mitgliedschaft in der European Shiatsu Federation bedeutet, dass ein Land, das aus politischen, finanziellen oder sonstigen organisatorischen Gründen kein Vollmitglied sein kann oder will, als assoziiertes Mitglied Zugang zu den Sitzungsprotokollen des Europäischen Dachverbandes bekommt. Die Teilnahme an den Sitzungen ist jedoch nur nach Einladung möglich, und assoziierte Mitglieder haben kein Stimmrecht. Der Mitgliedsbeitrag ist reduziert.

Der Österreichische Dachverband für Shiatsu (ÖDS) ist Mitglied in der European Shiatsu Federation und arbeitet einerseits an einer nationalen Regelung für die Arbeit mit Shiatsu und zum anderen gemeinsam mit den anderen nationalen Verbänden innerhalb des ESF an einer europaweiten gesetzlichen Regelung. Registriert ist die European Shiatsu Federation in Schweden:

  • Haglund Skola, 740 140, Almunge, Sweden www.shiatsufederation.eu
    Organisation Number: 817605-3521
    Präsident der European Shiatsu Federation ist aktuell Chris Mc Alister (Schweden)


Zielsletzungen

Die wesentlichsten Aufgaben, die sich die European Shiatsu Federation zum Ziel gesetzt hat, sind:

  • die europaweite Legitimierung von Shiatsu als eigenständiges Berufsbild im Bereich der alternativen und komplementären Gesundheitsberufe;
  • gegenseitige Hilfe und Unterstützung bei den nationalen Bestrebungen, ein eigenes Berufsbild für Shiatsu-PraktikerInnen zu schaffen;
  • die Förderung und Mitentwicklung von Forschungsprojekten in Bezug auf Shiatsu;
  • einheitliche Ausbildungsrichtlinien für Shiatsu-PraktikerInnen und LehrerInnen;
  • die Förderung des Erfahrungsaustausches zwischen den einzelnen europäischen Ländern etwa in Form von internationalen Kongressen und Workshops;
  • sowie die Entwicklung der European Shiatsu Federation als internationale, professionelle Standesorganisation.

Der Schwerpunkt der Aktivitäten des Europäischen Dachverbandes liegt derzeit vor allem in der Erlangung einer gesetzlichen Regelung für Shiatsu (Berufsanerkennung) auf einer gesamteuropäischen Ebene, weshalb schon 1995 mit den Behörden der EU Kontakt aufgenommen wurde. Konkret ging es lange Zeit darum, dass Shiatsu als komplementärmedizinische Behandlungsmethode in den Lannoye-Report, der die nicht- konventionelle Medizin in Europa regeln soll, aufgenommen wird. Die Versuche, dies zu erreichen (Lobbying), gestalteten sich schwierig, waren jedoch erfolgreich:

Der Lannoye-Report wurde am 17. Februar 1997 mit Shiatsu in der Liste vom Fachausschuss der EU (Committee C11) angenommen. Am 29. Mai wurde er dann im Plenum der EU - wenn auch modifiziert - verabschiedet. Shiatsu wurde damit als eine der namentlich angeführten Methoden in die Entschließung aufgenommen, die im Wesentlichen besagt, dass Shiatsu (so wie Chiropraktik, Osteopathie, Homöopathie, traditionelle chinesische Medizin einschließlich Akupunktur, anthroposophische Medizin und Phytotherapie) in den Bereich der "nichtkonventionellen Medizinrichtung" fällt.