Die nachfolgenden, vom Österreichischen Dachverband für Shiatsu beschlossenen Fortbildungsrichtlinien sind ein Expertenvorschlag für die gesetzlich, in der Massage-Verordnung festgelegte Fortbildungspflicht.

 
1. Ziel

Fortbildung hat zum Ziel, die Qualität der Shiatsu-Behandlungen durch die berufliche und persönliche Entwicklung der Shiatsu-Praktikerin / des Shiatsu-Praktikers zu fördern und zu vertiefen.

 
2. Verpflichtung

Es besteht die gesetzliche Verpflichtung (GBl. II Nr. 135/2009 vom 6. Mai 2009) 40 Stunden Fortbildung innerhalb von fünf Jahren zu absolvieren.

 
3. Anerkennung als Fortbildung durch den ÖDS

Als Fortbildung gilt Wissen zur Vertiefung der fachlichen Kompetenz im Bereich von Shiatsu, Heilkunde und Gesundheit, insbesondere:

  • Shiatsuspezifische Kurse
  • Kurse, die auf den Prinzipien des Energiesystems nach den Grundlagen der fernöstlichen Medizin und Gesundheitslehre aufbauen
  • Kurse, die auf den Prinzipien der westlichen Medizin aufbauen und die Kenntnisse der Körperarbeit erweitern
  • Kurse, welche das medizinische Grundwissen vertiefen Kurse, welche die Sensibilisierung der Wahrnehmung und Ausrichtung erweitern
  • Kurse, welche die prozessbegleitende Arbeit unterstützen Kurse, welche fachspezifische Kompetenzen stärken

Es gilt die Auflistung unter Punkt 8.

 
4. Beschränkte Anerkennung als Fortbildung

Beschränkt als Fortbildung werden anerkannt:

  • Supervision
    Einzelsupervision und/oder Gruppensupervision werden bis maximal 25 % der geforderten Fortbildungsstunden angerechnet.
  • Lehrtätigkeiten, Assistenzen, Übersetzungstätigkeiten
    Shiatsu-PraktikerInnen, welche diese Tätigkeiten in der Aus- und Fortbildung vollständig dokumentieren, können damit maximal 50% der geforderten Fortbildungsstunden abdecken. Es werden nur Kurse gemäss Anhang anerkannt.
  • Allgemeinbildende Kurse mit Praxisbezug
    Allgemeinbildende Kurse mit Bezug zur administrativen Praxistätigkeit werden zu maximal 25% an die geforderten Fortbildungsstunden angerechnet.
  • Kurse, die die Sensibilisierung der Wahrnehmung und Ausrichtung erweitern (Tages- bis Wochenkurse)
    Kurse, die die Sensibilisierung der Wahrnehmung und Ausrichtung erweitern (Tages- bis Wochenkurse) werden zu maximal 50 % an die geforderten Fortbildungsstunden angerechnet.

 
5. Keine Anerkennung als Fortbildung

Kurse, die nicht als Fortbildung anerkannt werden:

  • fortlaufende Kurse in Meditation,
  • Yoga,
  • Taiji Quan und Qi-Gong,
  • Geistheilung/Fernheilung
  • Vorstandsarbeiten
  • Kommissionsarbeiten
  • Regionalgruppen
  • Übungsgruppen
  • Selbststudium
  • Eigentherapien Shiatsu mit Tieren

Diese Auflistung ist nicht vollständig.

 
6. Bemessungsperiode und Anrechnung

  • Jede Bemessungsperiode dauert gemäß gesetzlicher Bestimmung 5 Jahre.
  • Es können keine Fortbildungsstunden auf die nächste Bemessungsperiode übertragen werden.

 
7. Anforderungen an KursanbieterInnen

Anerkannte Kursangebote Für die Fortbildung werden folgende KursanbieterInnen anerkannt:

  • alle Schulen im In- und Ausland, deren Shiatsu-Ausbildungen vom Österreichischen Dachverband für Shiatsu (ÖDS) oder dem jeweiligen Shiatsuverband anerkannt sind
  • von Regionalgruppen öffentlich angebotene Kurse unter der Leitung einer Referentin/eines Referenten
  • öffentlich angebotene Kurse anderer AnbieterInnen

 
Anforderungen der Kursbestätigungen

Die Bescheinigungen für den Kursbesuch müssen enthalten:

  • Name, Vorname KursteilnehmerIn
  • Name, Vorname ReferentIn
  • Kursbezeichnung und Beschreibung des Kursinhalts
  • Kursdauer in Lernstunden à 60 Minuten
  • Datum der Veranstaltung und Ausstellungsdatum des Dokuments
  • Verantwortliche Organisation inklusive Kontaktadresse
  • Rechtsgültige Unterschrift von OrganisatorIn oder ReferentIn

Die Kursbestätigung muss in deutscher oder englischer Sprache vorliegen oder in eine der beiden Sprachen übersetzt sein.

 
Werbung

Da der Österreichische Dachverband für Shiatsu (ÖDS) Fortbildungskurse nicht zertifiziert, ist es untersagt, die Bezeichnung „ÖDS-anerkannt“ (oder ähnliches) als Werbung oder in Kursausschreibungen zu verwenden. Kurse werden anerkannt, wenn sie den vorliegenden Richtlinien genügen. Formulierungen wie „entspricht den Anforderungen der Fortbildungsrichtlinien des ÖDS“ hingegen sind in Kursausschreibungen zulässig.

 
8. Vom ÖDS anerkannte Fortbildungen (diese Auflistung ist nicht vollständig)

  • I. Shiatsuspezifische Kurse Shiatsu
    Aus- und Fortbildungskurse
  • II. Kurse, die auf den Prinzipien des Energiesystems nach den Grundlagen der fernöstlichen Medizin und Gesundheitslehre aufbauen
    Zum Beispiel: Traditionelle Chinesische Medizin TCM, Ernährungslehre nach den Fünf Wandlungsphasen, Akupressur, Asiatische Körper- und Energiearbeit
  • III. Kurse, die auf Methoden der Komplementärbehandlung aufbauen
    Zum Beispiel: Craniosacraltherapie, Polarity, Biodynamik, Körper- und Atemtherapie, Trager, Alexandertechnik, Feldenkrais, Rolfing, Posturale Integration, Kinesiologie, Fussreflexzonenmassage, Medizinische Massage, Westliche Ernährungslehre
  • IV. Kurse, die das schul- und erfahrungsmedizinische Grundwissen vertiefen
    Zum Beispiel: Anatomie, Physiologie, Pathologie, Erste Hilfe, Naturheilkundliche Kurse
  • V. Kurse, die die Sensibilisierung der Wahrnehmung und Ausrichtung erweitern (Tages- bis Wochenkurse)
    Zum Beispiel: Meditation, Yoga, Taiji Quan, Qi-Gong
  • VI. Kurse, welche die prozessbegleitende Arbeit unterstützen
    Zum Beispiel: Gesprächsführung, Focusing, Kommunikation, Psychologie
  • VII. Kurse, die die Kompetenzen im Bereich der Komplementärbehandlung stärken
    Zum Beispiel: Gesundheitsverständnis, Ethik
  • VIII. Supervision
    Einzelsupervision und Gruppen-Supervision (bezogen auf Themen und Fragen der TeilnehmerInnen in Hinblick auf ihre Tätigkeit als Shiatsu-PraktikerInnen)