In der Publikation "Shiatsu in Britain and Japan: personhood, holism and embodied aesthetics" aus dem Jahre 2002 geht Glyn Adams1 der Frage nach, ob sich Shiatsu in Großbritannien in Hinblick auf das ganzheitliche Verständnis und den ganzheitlichen Zugang von Shiatsu in Japan unterscheidet. Während im ersten Teil der Arbeit der Vergleich im Vordergrund steht, stellt Adams im zweiten Teil - einen "phänomenologischen Zugang" benutzend - eine spezifische Shiatsu-Erfahrung in Form eines Fallberichtes dar, um den ganzheitlichen Kontext einer (exemplarischen) Shiatsu-Behandlung zu verdeutlichen.

Shiatsu, so führt Glyn Adams aus, wird in Großbritannien2 als eine traditionelle "ganzheitliche" Form der Behandlung vermittelt, die auf die Ganzheit von Körper, Seele und Geist der EmpfängerIn/KlientIn/PartnerIn wirkt. Wesentlich sind ferner das Verständnis von kyo und jitsu und die damit korrespondierenden Techniken, um kyo und jitsu zu behandeln. Körperliche Symptome und Zeichen können im Verständnis von Shizuto Masunaga von emotionalen und psychologischen Phänomenen begleitet sein, und durch spezifischen Druck können körperliche, psychologische, eventuell auch spirituelle Veränderungen in der Sitzung oder auch nachher hervorgerufen und initiiert werden.

Ein Besuch von Shiatsu-Kliniken in Hiroshima (Japan) zeigte dem Autor allerdings deutlich, dass manches von dem, was in Europa gelehrt wird, sich von der Erfahrung in Japan unterscheidet. Der wohl auffälligste und kaum erwartete Unterschied bestand darin, dass keine der Behandlungen, die er dort erhielt, auf der Matte (Futon) erfolgte - wegen der, wie ihm erklärt wurde, damit verbundenen Belastung der Knie. Um so seltsamer, so Adams, mutet es darum an, dass Europäer, die mit dem Seiza-Sitz nicht vertraut sind, ihr Shiatsu alle kniend ausüben und von ihren LehrerInnen dazu angehalten werden.

Auch im Verständnis von Shiatsu als Weg ("Do" im Sinne von kendo, "Weg des Schwertes" , bushido, "Weg des Kriegers" oder eben shiatsudo als "Weg des Shiatsu") unterscheidet sich Shiatsu in Japan und Großbritannien (Europa), denn in der Nachkriegszeit wurde die fernöstliche Medizintheorie und Philosophie in vielen japanischen Schulen fallengelassen (bzw. trat in den Hintergrund) zugunsten von westlicher Anatomie, Physiologie und Pathologie. Daraus entstand die in Japan gewöhnlich vertretene Auffassung, dass Shiatsu vor allem eine manuelle Behandlung ist, die kaum mit ähnlich spirituellen Zielsetzungen assoziiert wird wie in Großbritannien (Europa).3 Bei der Assoziation von Shiatsu mit einem spirituellen Weg, der über konkrete und alltägliche Aspekte hinausreicht, scheint es sich, so Adams, vielmehr um eine Neuerung zu handeln, die erst im Westen (außerhalb von Japan) dazugekommen ist.

Bei der Übernahme von Wissen und Techniken in eine andere Kultur bzw. in einen globalen Kontext ist bei kritischer Hinterfragung deshalb immer auch eine Überprüfung auf kulturspezifische Eigenheiten erforderlich. In viele medizinische und ethische Abhandlungen, so A. Kleinmann 19954, fließen so spezifisch westliche Werte unterschwellig und unreflektiert ein. Die im Westen verbreitete Vorrangstellung des Individuums, die Voranstellung des persönlichen Anspruchs und der Marktwirtschaft durchdringen, so die These Adams, gleichsam alle Lebensbereiche, liegen ihnen zugrunde und prägen auch das Verständnis und die Anwendung von Shiatsu in Europa.

Shiatsu in Japan

Die Anfänge des Shiatsu liegen in der Meiji-Zeit (1868 - 1912), als sich die damals über 260 Schulen für Anma (japanische Massage) in zwei Gruppen teilten: diejenigen, die mit ihren Behandlungen therapeutische Ziele verfolgten, und diejenigen, für die Massage vor allem unter dem Aspekt von Entspannung und Genuss stand. Der Begriff Shiatsu (erstmals schriftlich verwendet im Trainingsmanual "Shiatsu Ho", "Finger-Druck-Therapie", von Temai Tampaku) wurde verwendet, um die "therapeutischen Massage-Schulen" von der Anma-Massage abzugrenzen.

Die Anerkennung von Shiatsu, die schließlich 1964 durch das japanische Gesundheitsministerium erfolgte, war vor allem das Lebenswerk von Tokujiro Namikoshi (1905 - 2000). Charakteristisch für seinen Shiatsu-Stil war die Herausnahme fernöstlicher Medizintheorien (die als hinderlich für die offizielle Anerkennung angesehen wurden) und die Betonung westlicher Anatomie, Physiologie und Pathologie - ein letztlich in weiten Teilen eher symptomatischer und vorrangig somatischer Behandlungszugang.5

Von den Shiatsu-Schulen, die in den letzten fünfzig Jahren in Japan entstanden, hat sich in Europa (anders als in Japan, wo der Namikoshi-Stil weit verbreitet ist) vor allem der Stil von Shizuto Masunaga (1925 - 1981; Psychologe und Shiatsu-Lehrer an der Namikoshi Shiatsu-Schule) verbreitet.

Ganzheitlichkeit, so M. Lock 19806, äußert sich in der Medizin Japans auf zweierlei Weisen: zum einen in der Anschauung, dass alle Teile und Bereiche des Körpers miteinander verbunden sind und in Wechselwirkung zueinander stehen ("körperliche Ganzheit"), und zum anderen in der Vorstellung einer ständigen Wechselwirkung zwischen dem menschlichen Organismus und der materiellen wie auch sozialen Umwelt. Alle von ihr befragten PraktikerInnen fernöstlicher Medizin verstanden ihre Arbeit als ganzheitlich im ersten Sinne, aber nur zwei "Kampo-Mediziner" (Praktiker der ursprünglichen traditionellen chinesischen Medizin) verstanden sich grundsätzlich als ganzheitlich auch im zweiten Sinne. Der soziale Kontext der PatientInnen/KlientInnen wird in der Behandlung kaum berücksichtigt (es werden höchstens allgemeine Ratschläge zur Ernährung, zur Gesundheitsvorsorge etc. gegeben), und die von Lock befragten Mediziner beschränkten sich nahezu ausschließlich auf die Beeinflussung körperlicher Aspekte.

Das Verständnis von Ganzheitlichkeit in Japan, so Lock, lässt sich allerdings nur dann wirklich verstehen, wenn der soziale und religiöse Kontext einbezogen und berücksichtigt wird. So wird Krankheit in Japan nicht als ein individuelles Schicksal verstanden, vielmehr als eine familiäre Angelegenheit, ein Ereignis, für das sich die gesamte Familie die Verantwortung teilt. Eine weitere Besonderheit der japanischen Sozialisation scheint zu sein, dass sie dazu prädestiniert, im Erwachsenenleben eher somatische als psychische/psychologische Beschwerden zu entwickeln. Und als dritte Besonderheit der japanischen Mentalität führt Lock - ausgehend von einem konfuzianischen Sozialkonservatismus, der jegliche religiöse und therapeutische Settings durchdringt - den Glauben an, dass es einfacher und erfolgsversprechender ist, sich an eine spezifische Umwelt anzupassen als diese zu verändern.

Das japanische Verständnis des Selbst (jibun verbindet die Zeichen für "Selbst" und "Teil" und lässt sich etwa mit "mein Teil im geltenden Lebensraum" übersetzten) impliziert ein Selbst, das - anders als das westliche Selbstverständnis - nicht allein für sich selbst existiert, sondern ausschließlich im Kontext von Beziehung mit Anderen. Bestimmte Aspekte von Gesundheit, Krankheit und Heilung sind im soziokulturellen Kontext Japans also von den sozialen/emotionalen Beziehungen ebenso abhängig wie von Veränderungen im Körper. Damit könnte man dem Vorwurf, dass Behandlungen in Japan reduktionistisch, symptomatisch und mehr physikalisch ausgerichtet sind, entgegensetzen, dass der therapeutische Zugang durch den soziokulturellen Rahmen, in den er eingebettet ist, von sich aus zugleich auch immer das soziale Netzwerk (die Menschen, mit denen der/die Betreffende lebt und arbeitet) mit einbezieht in die therapeutische Verantwortung.

Shiatsu in Großbritannien

In Großbritannien begann sich Shiatsu in den späten 70er-Jahren vor allem zusammen mit der Makrobiotik7 zu verbreiten. Zum Zeitpunkt der Studie gibt es verschiedene Shiatsu-Stile in Großbritannien, wobei Masunaga´s Zen Shiatsu am weitesten verbreitet ist. Charakteristisch für Masunaga´s Stil sind, in der Darstellung von Adams, sein erweitertes Meridiansystem, die Hara-Diagnose und die Theorie von kyo und jitsu. Im Unterschied zu Namikoshi fließen auch psychologische Interpretationen in seinen Shiatsu-Stil ein.

Einer Einheit von Körper, Seele und Geist kontrastiert auch deutlich mit der Darstellung von Hsu 19998, dass das moderne chinesische TCM-College spirituelle Aspekte kaum berücksichtigt. Die spirituellen und psychologischen Interpretationen scheinen, den Ausführungen von Adams folgend, also nicht so sehr von japanischen (oder auch chinesischen) Quellen geprägt zu sein, als vielmehr typisch für die New Age-Bewegung, ihre Werte und ihr Menschenbild. Das Konzept der Ganzheitlichkeit, wie es im Shiatsu verstanden wird, bezieht sich nämlich nicht nur auf Zusammenhänge der verschiedenen Körperbereiche und -funktionen untereinander (wie vorrangig in Japan), sondern insbesondere auch auf die Verbindungen zwischen körperlichen, emotionalen und geistigen Aspekten.

Die Tendenz im Westen, Erkrankungen und Beschwerden psychosomatisch zu interpretieren, kontrastiert mit der vornehmlich physiologischen und morphologischen Betrachtungsweise im Osten. In Großbritannien ist Shiatsu ein Teil der ganzheitlichen (oder alternativen) Gesundheitsbewegung, die es sich zum Ziel gemacht hat, den ganzen Menschen zugunsten seiner Teile zu behandeln. Gesundheit begründet sich in diesem Kontext im Wohlgefühl der gesamten Person und erfordert daher mehr als nur einen gesunden, beschwerdefreien Körper. Gesundheit bedeutet vielmehr eine Integration und gesunde Einheit von Körper, Seele und Geist.

Ganzheitliche Gesundheitsmethoden, so Heelas 19969, sind ein Teil einer größeren Bewegung, die als New Age bezeichnet wird und ein individuelles, freies Selbst anstrebt.10 Dieses Konzept des Menschen jedoch ist weit davon entfernt, universell zu sein (und entstammt im Falle von Shiatsu auch nicht dem japanischen Ursprung) - im Gegenteil, es ist ein kultureller und historischer Sonderfall, eine historische Entwicklung, die ihre ursprünglichen Wurzeln im alten Griechenland hat und "ein Kind unserer Zeit" ist. Noch in der Renaissance wurde das Selbst eingebettet in eine vorgegebene Ordnung verstanden, geprägt von der Tradition und kontrolliert von äußeren Autoritäten. Das Selbst war in dieser Zeit keineswegs autonom, noch wurde ihm die Freiheit des Ausdrucks und der Selbstverwirklichung zugestanden. Der/die Einzelne war vielmehr Teil eines größeren Ganzen, kollektiv, aber nicht selbstbestimmt und autonom.

Das holistische (ganzheitliche) Bild des Menschen im New Age und den alternativen Therapieformen wird von Geertz 198411 wie folgt definiert:

"A bounded, unique more or less integrated motivational and cognitive universe, a dynamic centre of awareness, emotion, judgement and action organised into a distinctive whole and set contrastively both against other such wholes and against its social an natural background."

Ausgehend vom Ziel der individuellen Verwirklichung als Zeitströmung im New Age unterscheidet Heelas 19969 zwei Formen des Individualismus: den "praktischen" und den "expressiven Individualismus" (utilitarian and expressive individualism). Im "praktischen Individualismus" wird das Ziel der individuellen Selbstverwirklichung durch die (planmäßige und autonome) Verfolgung und Befriedigung der eigenen Wünsche erreicht. Im "expressiven Individualismus" hingegen wird ein "authentisches" Leben angestrebt, was eine Erfahrung und Verwirklichung der "wahren menschlichen Natur", "Persönlichkeitsentwicklung", "bedeutungsvolle Beziehungen" und eine "Übereinstimmung mit dem eigenen Selbst" bedeutet.

Sowohl im "praktischen Individualismus" wie auch im "expressiven Individualismus" spiegelt sich ein bezeichnendes Element unserer Zeit und Kultur: Individuen leben (zunehmend) nicht mehr nach äußeren Moralvorgaben, sondern aus innerer "reflexiver Organisation des eigenen Selbst". Shiatsu mit seinem Ziel und Anspruch der Integration von Körper, Seele und Geist, den/die Behandelte/n in seiner/ihrer Gesamtheit zu heilen und zu einem authentischen Leben führen zu wollen, ist in diesem Kontext, so der Schluss von Adams, eindeutig dem "expressiven Individualismus" und seinen Zielen zuzuordnen. Durch spezifischen Druck, der unterschiedliche Qualitäten annehmen kann (und sich nicht nur auf den physischen Kontakt beschränkt, sondern auch unterschiedliche "mentale Qualitäten" annehmen kann), wird dem/der Behandelten ein Input angeboten, der innere Prozesse hin zu einer umfassenderen Integration, Ganzheit und Gesundheit initiieren kann.

Während Gesundheit und Krankheit in Japan eingebettet sind in soziokulturelle Mitverantwortlichkeiten innerhalb der sozialen Beziehungen und jede Heilung daher auf den Beziehungen zur BehandlerIn, zu den ArbeitskollegInnen und zur Familie beruht, tritt - als Folge des stärkeren Individualismus im Westen die Arbeits- und familiäre Welt zugunsten der BehandlerIn-KlientIn-Beziehung in den Hintergrund. Und damit liegt die Verantwortung für Gesundheit, Krankheit und Heilung aber auch in deutlich größerem Ausmaß beim Einzelnen.12

Im zweiten Teil der Veröffentlichung1 bedient sich Adams der phänomenologischen Methode, um an Hand einer ganz konkreten Sitzung den ganzheitlichen Kontext von Shiatsu darzustellen. Die hier beschriebene Behandlung hat Adams als Student der British School of Shiatsu-Do im dritten Ausbildungsjahr gegeben.

Jane, die Klientin, von deren Shiatsu-Sitzung Adams berichtet, ist Anfang sechzig, verheiratet und hat zwei Kinder. Adams beschreibt sie als sehr aktiv, wobei sie aber oftmals über Müdigkeit klagt. In Kontakt mit fernöstlicher Medizin kam sie etwa zehn Jahre zuvor durch chronische Rückenschmerzen, von denen ihr die konventionelle Medizin beschied, dass sie nicht gebessert werden können. Ein Akupunktur und Chiropraktiker, von dem sie über einen Freund erfuhr, half ihr jedoch so weit, dass sie zum Zeitpunkt der Shiatsu-Behandlungen kaum Schmerzen verspürte.

Durch den Kontakt mit der Akupunktur begann sich Jane´s Leben allgemein zu verändern. Sie begann zu meditieren und fand schließlich Zugang zu spirituellen Praktiken und zur Astrologie - wobei sie sich selbst als spirituelle Heilerin verstand, die allerdings selten praktiziert.

Zu Shiatsu kam Jane, weil sie von einem Freund gehört hatte, dass der Autor "Modelle" für sein Shiatsu-Praktikum suchte. Als Ziel der Sitzungen gab sie Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich an - eine Erwartung, die sich für sie auch erfüllte:

"After shiatsu you feel physically different, you notice changes in your posture straight away, all the joints are easier to move and I can move my neck. I prefer shiatsu to acupuncture. I don’t like acupuncture at all but tolerate it because it’s good for me".

Die Shiatsu-Behandlung

"I met Jane at the front door and showed her straight up to the workroom. She had had an exhausting month caring for her elderly mother and was due to go to New York with some friends for a pre-Christmas shopping trip. She was anxious about falling behind with the Christmas preparations. At first glance, she looked robust and strong, but I was quickly drawn to her sunken chest and slightly stooped posture. During the course of our preliminary conversation, she indicated she would like me to work on her neck and shoulders which, she said, felt stiff. Jane had recently had a cold and could not lie face down without coughing. Consequently, I decided to work with her sitting on a stool facing the window out towards the garden. As on previous occasions, I felt that Jane’s neck was jitsu (tense) and chest kyo (weak). I planned to work following the treatment principle of dispersing tension held around the neck whilst opening and strengthening the ki of the chest by tonifying the lung meridian on each of her arms. I felt that Jane’s symptoms were part of a metal energy imbalance, and planned therefore to work with a ‘metal touch’ learned during my training; in doing so, I would focus on Jane’s ‘embodied boundaries’ during the treatment.

Standing behind Jane, I lowered my hands gently onto her shoulders, and focused my attention into the muscles beneath them, which felt bunched and hot. I wanted to disperse some of this tension and after kneading and squeezing her trapezius muscles, moved back half a step. I started to work with light and rapid hacking movements, using the sides of my hands, after which I pummelled the area with loosely clenched fists. My arms started to ache and I found my awareness receding from Jane’s shoulders. As I grew increasingly preoccupied with my rapidly tiring arms, my movements seemed to get sloppy and lose their focus. I relaxed, softened my arms and knees, and tried to drop my shoulders. I took a few deep breaths, drawing my awareness into my belly before starting again. This seemed to change the quality of my hacking and pummelling. My now relaxed and easy movements seemed to emanate not from the muscles in my arms but from further down my body, in my legs and belly. It felt as though the space between Jane and myself had cleared. Whereas previously I had concentrated on her shoulders, I now seemed able to perceive more of Jane, immediately noticing different areas of tension (jitsu) and weakness (kyo) further down her back. With this fresh, cleared mode of attention, it seemed that my capacity to feel had also changed. The momentum and weight of my moving hands now seemed to reverberate deep inside her back.

With just a little work, Jane’s previously slumped posture had changed. She seemed aware of her posture and was incrementally drawing herself upright. I decided to change techniques and work on her shoulders using arm rotations. I grasped her left shoulder with my right hand and placed my left forearm under hers, supporting its weight. The space between us closed as my torso contacted and supported her back. At first I had a preconceived idea about what the arm rotation should be. I wanted to trace wide free flowing circles in the air, and began attempting to do this. Jane’s arm immediately tensed under my hand, the rotation became difficult to perform, the movement occluded by a glue-like friction. Our interaction seemed almost instantaneously to have become a contest of bodily wills. Having recognised my imposed inappropriate ideal of normative mobility my approach changed. I remembered that metal touch implied working with embodied boundaries sensitively. I tried to drop any expectation of what the rotation should look and feel like, relaxed, took a few deep breaths, again drawing my intention to my abdomen and lower back. Instead of tracing a circle of my own imagination, I listened with my hands into Jane’s shoulder and let the movements emerge in their own fashion. From this point the circles which were initially quite small became wider and easier to trace; her arm grew heavy and relaxed in my hand.

After working on her other shoulder in the same way, the atmosphere of the room had become still and quiet. The light outside had faded and the room was getting dark. Jane was breathing deeply, and I felt the slow rise and fall of a respiratory wave under my hands. With my left hand gently on her forehead, I started to squeeze up and down her neck with my right. I then began to work lightly with the points along the base of her occipital bone with my right thumb, slowly allowing my thumb to sink deeper into the hollow of the point as muscles softened. I was surprised at how I felt; calm, balanced, and firmly rooted to the floor, my limbs felt pleasantly warm and buoyant. Moving along the base of the neck with my thumb and focusing into my belly, I imagined I was sitting supported by a large balloon. My thumb sank deeply into the acupuncture point Gall Bladder 12, slowly sinking through layers of skin, fascia, muscle, to reach bone at the point’s base. I made small, slow circles with my thumb and supporting hand, tracing a figure of eight for a minute or two. Moving on to the next point, I experienced the same sense of emptiness; these points were kyo, I reflected. At the next point, I could feel my thumb buzzing; boundaries between it and Jane’s neck seemed to blur. After a while I moved round to her right and began to work the same sequence of three points."

Jane was now sitting upright and was very still. I also noticed the atmosphere of the room had changed, the air had a strange, sticky, glutinous quality; and my perception of time seem to have slowed. After starting to work, it became difficult to tell where the boundaries between my thumb and her neck were. Awareness of my hand and arm seemed to have extended beyond my thumb into the area immediately surrounding the point I was working on. Her shoulder muscles felt hot and soft. As this sense of embodied intimacy grew, I felt I needed physically to do less and less. After a while, with my hand still lightly on her forehead and thumb deep in the point, I started slow exploratory rotations of Jane’s head. After initiating the movement, I immediately lost sense of whether I was directing the movements or not. The combined experiences of not knowing who was directing the movements, the thickened atmosphere, and the dissolution of a normal sense of separateness were unusual for me. After a couple of minutes the glowing, pulsating sensations beneath my hands gradually diminished. The area around Jane’s neck and shoulders seemed light and alive, far more so than when I started. My hands returned to her shoulders and stayed there for a couple of minutes until I gently broke contact and moved away to the far side of the room. Jane sat quietly for a few minutes before getting up and sitting down on the chair in the corner.

She seemed calm and was smiling, moving her head and shoulders, commenting that they felt much looser. She told me that she had felt energy moving down her body in the form of heat and tingling, and added: 'Did you feel him in the room?' Surprised, I asked what she meant. She explained whilst I worked on the points beneath her neck, a little old man from China had been sitting in the room’s corner. She had also been aware of someone walking around us in a circle. I did not comment and, without saying anything explicitly, felt that Jane realised I had not sensed spirits in the room. After a short silence, she arranged another appointment, got up and left".

Reflexion und nachfolgende Behandlung

"The next treatment was different; I experienced none of the strong sensations discribed above. Afterwards she said that she had enjoyed it, but I had not had my helper with me today, reaffirming her belief that there had been someone in the room ‘helping me’ work during her previous treatment. Some weeks later, I telephoned Jane to talk about the session, asking if she could comment about her experiences again. During the later stages of the treatment she had had a 'sense and awareness' of two spirits in the room. She explained that in spiritualist healing, when a healer moves to the side of the person being healed, they make space for a spirit to work. She also explained in spiritualist teaching the neck is viewed as the place through which healing energies often enter a person.

Jane had experienced these kinds of sensations before in other spiritualist settings, on two previous occasions though, she felt the spirits had been working with her, this time she was certain they had been working with me. She spoke of feeling 'the energy of room shifting' and being 'aware of the spirits presence'. In response to a question about whether she enjoyed the treatment, she replied: 'Yes, it was a wonderful feeling, I felt a great deal of love and felt open and comforted by their presence, I would like them to be around all the time'. The ‘Chinaman’ sitting in the corner was her guide, she explained; he had a kind, round face and wore an emerald green top and Chinese style trousers. He was not really a person though but “'an Energy'. The experience was rare but important, she reflected.

Both Jane and I experienced, in identifying the period during which I worked on the acupuncture points along the base of her neck, an embodied confluence: we felt this passage of work was significant. It seems however that whilst I interpreted what had happened within ideas about the changing jitsu and kyo states of Jane’s neck and shoulders, unbeknownst to me, Jane made sense of the treatment within a spiritualist worldview, and had interpreted her sensations as evidence of spiritual healing. In what follows, I briefly reflect on my reasons for choosing to recount this treatment and the style in which it is written.

In 1998, I felt my account was written in a way that accurately conveyed my experiences. Now, with some hindsight, I view my attempts to describe a ‘connectedness’ with Jane as written with my potential readership of peers and teachers in mind. My choice of treatment and language used reflect the importance attributed to what Mellor and Shilling (1997, p. 23) refer to as ‘carnal or sensate knowing’, within settings such as the shiatsu school where I was studying at the time. On reflection, this treatment was the first during which I experienced feelings of strong stillness. Since returning from Japan though, I have frequently had similar experiences and do not regard them as unusual. My reasons for choosing this treatment stem from the immediate, succinct and clearly personalised interpretation Jane felt able to give at the end of the treatment. I acknowledge situations are likely to be more muddied than what I seem to suggest here".

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[1] Adams, Glyn: Shiatsu in Britain and Japan: personhood, holism and embodied aesthetics. In: Anthropology & Medicine, Vol. 9, No. 3, 2002.
[2] Adams geht in seiner Darstellung von der von Masunaga´s Stil geprägten British School of Shiatsu-Do aus, an der er seine Shiatsu-Ausbildung absolvierte.
[3] Glyn Adams zitiert in diesem Zusammenhang Endo Ryoku (Shiatsu-Meister und buddhistischer Priester der Reine Land-Tradition), dass Shiatsu im Japan von heute kaum als Möglichkeit wahrgenommen wird, sein Selbst, seine Persönlichkeit zu entwickeln.
[4] Kleinmann, A.: Writing at the Margin: Discorse Between Anthropology and Culture. University of California Press, Berkeley 1995 (zitiert nach G. Adams).
[5] Adams berichtet, dass in Japan zum Zeitpunkt der Befragung 168.930 Personen eine Lizenz für Shiatsu und andere Massagen hatten. 118.095 hatten eine Lizenz für Akupunktur und 117.034 für Moxibustion. Vergleichsweise zählte die Shiatsu Society, der Dachverband Großbritanniens, im Oktober 2002 insgesamt 1804 Mitglieder, davon 950 Praktizierende (darunter 186 LehrerInnen bzw. in entsprechender Ausbildung), 697 Shiatsu-SchülerInnen und 157 andere Mitglieder.
[6] Lock, M.: East Asian Medicine in Urban Japan: Varieties of Medical Experience. University of California Press, Berkeley 1980 (zitiert nach G. Adams).
[7] Makrobiotik ist ein aus Japan stammendes System zur Gesundheitsförderung und -erhaltung, das vor allem auf einem diätetischen Ansatz beruht.
[8] Hsu, E.: The Transmission of Chinese Medicine. Cambridge University Press, Cambridge 1999 (zitiert nach G. Adams).
[9] Heelas, P.: The New Age Movement: The Celebration of Self and the Sacralization of Modernity. Blackwell Press, London 1996 (zitiert nach G. Adams).
[10] Individualismus definiert R. Robertson (GLobalization. Social Theory and Global Culture. Sage, London 1992) als "process of global redefinition of persons as complete wholes rather than as subordinate parts of localised groups or communities."
[11] Geertz, C.: From the natives point of view: on the nature of anthropological understanding. In: Shweder, R.A. & LeVine, R.A. eds: Culture Theory: Essays on Mind, Self, and Emotion. Cambridge University Press, Cambridge 1984 (zitiert nach G. Adams).
[12] Dieses Konzept des Individuums, des Individualismus, so R. Coward (The Whole Truth: The Myth of Alternative Health. Faber and Faber. London 1989), wohnt vielen alternativen Heilmethoden inne - verbunden mit einem latenten Schuldgefühl, in der der Einzelne für seine Krankheit (mehr oder weniger ausschließlich) verantwortlich ist.