In der Studie von Eriko Ueda et al.1 wird der Frage nachgegangen, inwieweit präoperative Anwendungen von Shiatsu, Fussreflexzonen-Massage und Elektrostimulation bestimmter Akupunkturpunkte die postoperativen Folgen, die mit komplizierten Zahnextraktionen einhergehen, günstig beeinflussen können und sich zudem auf objektivierbare Parameter wie Atemfunktion, Durchblutung, Tonus und EEG auswirken. Insgesamt wurden 1260 Patienten mit komplizierten Zahnextraktionen (und damit verbundenen kleinen chirurgischen Eingriffen) in die Untersuchung einbezogen.

Shiatsu wurde im Nacken-, Schulter- und Armbereich angewendet, wobei sich durch die Behandlung deutliche Auswirkungen auf die Atemfunktion2, die Durchblutung3 und - hier in der Anwendung gemeinsam mit der Fußreflexzonen-Massage - den Tonus4 zeigen, was in der Interpretation der Autoren auf eine größere Balance im autonomen Nervensystem hinweist. Als eine weitere Folge der kombinierten Shiatsu-Fußreflexzonen-Massage zeigte sich eine Zunahme der Alpha- und Theta-Wellen im EEG und damit ein weiterer Hinweis auf eine psychosomatische Entspannung. Deutlich positive Ergebnisse zeigte die Anwendung von Shiatsu - zusammen mit einer Elektrostimulation der Punkte Di 4 (Hegu) und Di 11 (Quchi) - auch in Bezug auf postoperative Beschwerden wie Schmerz, Schwellungen und Trismus (Kiefersperre).

Zusammenfassend halten die Autoren fest, dass Shiatsu, Fußreflexzonen-Massage und die Elektrostimulation von Di 4 und Di 11 deutliche Veränderungen bei den Patienten in Richtung Reduktion von Spannung und Angst bewirken, wie auch eine Abnahme von postoperativen Beschwerden, wenn die untersuchten Methoden vor den Zahn- und Kieferbehandlungen durchgeführt werden.

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[1] Eriko Ueda, Hiroshi Fukuoka, Yuko Koyama & Akira Fukuoka: Usefulness of Shiatsu Massage on Cervico-brachial Area and Transcutaneous Electrical Acupunkture-point Stimulation (TEAS) in Dental Treatment. In: Journal of International Society of Life Information Science Vol. 20, No. 2, September 2002, S. 412 - 416.
[2] Mit Hilfe der Plethysmographie.
[3] Gemessen wurde die Fließgeschwindigkeit des Blutes im Zahnfleischbereich.
[4] Gemessen wurde im Hals-, Nacken- und Schulterbereich sowie im Bereich des M. masseter.