Die Studie zur Wirksamkeit von Shiatsu-Behandlungen bei Nebenwirkungen von Chemotherapie wurde von September 2004 bis Mai 2005 im Krankenhaus von Saintes im Südwesten Frankreichs durchgeführt. Möglich war das, weil Dominique Chevalier im Krankenhaus von Saintes als Physiotherapeut im „Palliative Care Team“ auf der onkologischen Abteilung tätig war und von den verantwortlichen und mitarbeitenden Ärzten bei der Durchführung der Untersuchung unterstützt wurde.

Insgesamt 16 PatientInnen wurden in die Studie aufgenommen und keine von ihnen hatte bislang Erfahrungen mit Shiatsu. Alle KlientInnen aber hatten schon drei chemotherapeutische Behandlungen erhalten und litten an Nebenwirkungen wie physische und psychische Müdigkeit, Übelkeit, Haarausfall, Beschwerden im Mundbereich, Verstopfung und Hautproblemen.

Vor jeder Shiatsu-Behandlung, die so bald wie möglich nach der Chemotherapie angesetzt war, wurden die Betroffenen über ihre Beschwerden (Nebenwirkungen der Chemotherapie) befragt und zwar in Hinblick auf Beginn, Dauer und Intensität, wobei letztere auf einer Skala von 1 bis 10 (10 steht für das stärkste Unwohlsein) bewertet wurde.

Jede Behandlung war zu Beginn symptomatisch orientiert und es wurden eingangs immer – um den Hauptnebenwirkungen der Chemotherapie zu begegnen – „die Leber“ und „der Magen“ behandelt.

Generell kam es durch die Shiatsu-Behandlungen zu einer deutlichen Besserung, die zwischen 40 und 83 Prozent lag. Die Intensität der Nebenwirkungen reduzierte sich von durchschnittlich 6,5 auf 2,3.

NebenwirkungDurchschnittliche Intensität ohne ShiatsuDurchschnittliche Intensität mit Shiatsu
Haarausfall  7,6  6,1  
Übelkeit  7,0  2,2
Erbrechen 6,9 1,2  
physische Müdigkeit 8,4 2,8  
psychische Müdigkeit  8,2  4,7
Hautprobleme 4,6 1,3  
kribbelndes Körperempfinden 4,8 1,0 
Kopfschmerzen 3,0 1,0  
Schüttelfrost 6,0 1,0  
Durchfall 4,0 2,9  
Verstopfung 6,2 1,8  
Beschwerden im Mundbereich 6,5 1,4
Leberschmerzen 6,0 0,0  
Fieber 8,5   2,7
Muskel- und Gelenksschmerzen 4,0 2,2  
Medikamentengeschmack   10,0 3,3
Husten 8,0 5,3  
Ohrenklingeln 8,0  0,0
Gefühl von Trunkenheit  9,0  1,8
Total 6,5 2,3

In der Studie zeigten sich zudem starke Hinweise auf einen zeitlichen Faktor: Die Shiatsu-Behandlungen scheinen vor allem dann effektiv zu sein, wenn sie so unmittelbar wie möglich nach den chemotherapeutischen Behandlungen erfolgen.

Quellen: Dominique Chevalier: Nebenwirkungen nach der Chemotherapie – kann Shiatsu helfen? Shiatsu-Journal 52/2008
Dominique Chevalier: The Role of Shiatsu in the Treatment of the Side-Effects of Chemotherapy. Shiatsu Societey, Newsletter Herbst 2007 (http://www.shiatsusociety.org/public/newsletter/2007/autumn_2007/chemotherapy.shtml)
(Irrtümer vorbehalten)