In der Arbeit "Acupressure therapy for insomnia in adolescents: a polysomnographic study" untersuchen Marco Carotenuto, Beatrice Gallai, Lucia Parisi, Michele Roccella und Maria Esposito (veröffentlicht in Neuropsychiatric Disease and Treatment 2013; 9: 157–162) die Wirkung von H 7 auf Schlafstörungen bei Jugendlichen.

Der Hintergrund

Verglichen mit der Zeit vor der Pubertät, scheinen Jugendliche mehr Schlaf zu benötigen, verbringen weniger Zeit im Tiefschlaf (slow wave sleep), haben weniger Latenzzeit bis zum REM-Schlaf und eine Neigung zu spätem Schlaf. Dazu kommen soziale Faktoren wie z.B. der frühe Schulbeginn und außerschulische Tätigkeiten, die für wenig Schlaf sorgen und damit anfällig machen für exzessive Müdigkeit. Wenig Schlaf wiederum beeinflusst die kognitiven Fähigkeiten, die schulischen Leistungen und die Konzentrationsfähigkeit und ist vielfach verbunden mit schwacher körperlicher und emotionaler Gesundheit, Verhaltensproblemen und Substanz(Drogen)missbrauch.

Jugendliche nennen Schlaflosigkeit (Insomnia) als die häufigste Schlafproblematik, die beispielsweise Ein- als auch Durchschlafstörung erfasst und nicht erholsamen Schlaf ebenso wie frühes Erwachen mit Kopfschmerzen.

Behandlungsansätze für Schlafstörungen sind generell medikamentöse Therapien, die aber die Gefahr von Nebenwirkungen und Abhängigkeit mit sich bringen, und Behandlungen mit Heilkräutern ebenso wie physische und psychologische Therapien. Bei den nicht-medikamentösen Behandlungen gewinnt Akupressur - ausgehend von einem Ungleichgewicht zwischen Yin und Yang - zunehmend Verbreitung im Westen, wobei vorangegangene Studien auf eine besondere Wirksamkeit von H 7 bei Ein- und Durchschlafstörungen verweisen.

Die Studie

Das Ziel der vorliegenden Studie war deshalb die Überprüfung der Wirksamkeit dieses Punktes bei Jugendlichen durch physiologische Parameter. 25 Versuchspersonen gleicher soziografischer Herkunft im Alter von etwa 14 bis 16 Jahren (durchschnittliches Alter 15,04 Jahre plus/minus 1,18 Jahre) - 12 Burschen und 13 Mädchen - wurden dafür im Schlaflabor vor und nach sechs Monaten Behandlung von H 7 mittels des Sea-Bands untersucht.

Das Sea-Band (www.sea-band.com) ist ein elastisches Armband mit einer eingearbeiteten Plastikkugel, die einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter hat und - korrekt angelegt - einen kontinuierlichen Druck auf den Punkt H 7 erzeugt. Zur optimalen Wirkung wurde das Armband auf beiden Armen über eine Dauer von sechs Monaten getragen - jeweils von der üblichen Schlafengehzeit (ca. 10 Uhr abends) bis zur Aufstehzeit (ca. 7 Uhr morgens).

Nach Abschluss der sechsmonatigen Anwendung des Sea-Bands auf H 7 zeigten sich im Schlaflabor signifikante Veränderungen im Schlafverhalten. Diese betrafen die Dauer des Schlafs, die Dauer der Einschlafphase, die Aufwachzeiten während der Nachtruhe, die Erholsamkeit des Schlafs und die Tiefschlafphasen. Insgesamt also zeigten sich deutliche - und das ist eine Stärke der Versuchsanordnung - physiologisch nachweisliche Verbesserungen des Schlafs. Ergänzend ist allerdings anzumerken (worauf auch die Autoren in ihrem Artikel hinweisen), dass die Größe der Versuchsgruppe wissenschaftlich betrachtet eine deutliche Einschränkung der Ergebnisse bedeutet, ebenso auch die Herkunft der Probanden aus dem gleichen städtischen Umfeld. Nichtsdestoweniger aber gibt die Studie einen deutlichen Fingerzeig auf die positiven Wirkungen von Akupressur und Shiatsu (unter Einbeziehung von H 7) bei Schlafstörungen.

Quellen: Neuropsychiatr Dis Treat. 2013; 9: 157–162 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3559075)
Bild: Stephanie Hofschlaeger (www.pixelio.de)
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