Die traditionelle chinesische Medizin und Diätetik unterscheiden vier Temperaturwirkungen, nämlich "Heiß", "Erwärmend" (Warm), "Neutral", "Erfrischend" (Kühl) und "Kalt". Diese Klassifizierung, ob ein Nahrungsmittel oder eine Medizin heiß, erwärmend, neutral, erfrischend oder kalt ist, hängt von der Wirkung auf den Organismus - nach dem Verzehr oder der Einnahme - ab.

Wärmende Nahrungsmittel bewegen die Energie nach oben und wärmen von innen nach außen. Kühlende Nahrungsmittel hingegen leiten die Energie nach innen und inten und kühlen (vorrangig die oberen und äußeren Körperteile). Grundsätzlich kann man sagen, dass warme Speisen und Getränke den Organismus wärmen und beleben (beschleunigen, anregen), kühle Speisen und Getränke hingegen kühlen und verlangsamen.

Das Wissen um die thermischen Eigenschaften ist in der traditionellen Ernährung wichtig, um das Essen entsprechend der Jahreszeit und der individuellen Konstitution zu balancieren. So wärmt uns eine (lang gekochte) Suppe aus Wurzelgemüse oder eine (ebenfalls lang gekochte) Fleischsuppe im Winter, Salat und Rohkost hingegen kühlen uns im Sommer.

Heiß

Die heiße Temperaturwirkung stärkt das Yang und wärmt den Verdauungstrakt. Die stark wärmende Wirkung ist jedoch nur kurzfristig und die Gefahr von heißen Nahrungsmitteln (und anderen Anwendungen) liegt darin, dass die starke Hitzeentwicklung zu Schwitzen und damit - sekundär - zu Abkühlung führt.

 

Erwärmend

Die warme Temperaturwirkung vertreibt Kälte im Organismus und stärkt das Qi.

 

Neutral

Die neutrale Temperaturwirkung wirkt mild und ausgleichend.

 

Erfrischend

Die kühle Temperaturwirkung vertreibt Hitze im Organismus, kühlt und stärkt die Säfte und das Blut.

 

Kalt

Die kalte Temperaturwirkung wirkt beruhigend und entgiftend bei "toxischer Hitze" (beispielsweise Entzündungsprozesse).