Der Stellenwert der Energetischen Ernährungslehre innerhalb der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist hoch. Sun Si Miao zufolge, einem bedeutenden Arzt der Tang-Dynasteie (618 bis 907), soll sich ein Arzt zuallererst darum bemühen, die Ernährung und den Lebensstil eines Patienten zu korrigieren. Erst dann sollen Akupunktur und/oder Pharmakotherapie (Kräutertherapie) angewendet werden. Eine erfolgreiche Behandlung der Traditionellen Chinesischen Medizin besteht darum "aus sieben Teilen Lebenspflege (d.h. Ernährung und Lebensweise) und drei Teilen Medizin".

Die Anwendung der chinesischen (energetischen) Ernährungslehre wiederum gliedert sich in zwei Bereiche, in die Präventivdiät und die Heildiät:

Präventivdiät

Zen-Shiatsu

Gesundheit kann, so die daoistische Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin, nur dann erreicht werden, wenn sich der Mensch mit der Natur, der Umwelt, in der er lebt, in Harmonie befindet. Deshalb müssen beispielsweise auch die unterschiedlichen Jahreszeiten mit berücksichtigt werden, und es gelten andere Ernährungsrichtlinien im Frühjahr, im Sommer, im Herbst und im Winter ebenso wie in den Übergangszeiten.

Eine ausgewogene Ernährung mit allen fünf Geschmäckern, leicht, gesund und nicht im Übermaß, sorgt dem Huang Di Nei Jing (Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin) zufolge dafür, dass die Knochen stark, die Sehnen geschmeidig, Qi und Blut in Fluss, die Poren geschlossen und die Funktionen der Organe gut koordiniert und harmonisch balanciert sind.

Da jeder Mensch eine bestimmte aktuelle wie auch konstitutionelle Verfassung hat, gilt es, auch diesem Umstand Rechnung zu tragen. Entsprechend den verschiedenen Konstitutionstypen (z.B. der Feuchtigkeitstyp, der dazu neigt Schleim und Feuchtigkeit anzusammeln, oder der Trockenheitstyp, der zu Säfte- und Yin-Mangel neigt, oder der Yang-Mangel-Typ, dessen Körpertemperatur absinkt und dessen Stoffwechsel sich verlangsamt) sollte eine angepasste Ernährungsrichtlinie befolgt werden.

Heildiät

Im Unterschied zur Präventivdiät, die auf eine generelle Tendenz im Organismus (sowie die klimatischen und jahreszeitlichen Einflüsse) bezogen ist, stellt die Heildiät eine gezielte und spezifische Behandlungsmethode dar, die auf einer differenzierten Diagnostik beruht und genau - ähnlich wie eine Pharmakotherapie oder Akupunkturbehandlung - auf das diagnostizierte Ungleichgewicht abzielt. Dabei stehen aber nicht die Symptome im Zentrum der Betrachtung und Behandlung, vielmehr - wie in der Traditionellen Chinesischen Medizin generell - das zugrunde liegende "Muster der individuellen Disbalance".