Der Österreichische Dachverband für Shiatsu (ÖDS) wurde im Herbst 1993 gegründet. Seine vorrangigsten Ziele sind:

  • die Erstellung (und Wahrung) von inhaltlichen Richtlinien für Shiatsu-PraktikerInnen, - LehrerInnen und -Schulen, die - in Übereinstimmung mit den Richtlinien der European Shiatsu Federation (ESF) - für alle österreichischen Shiatsu-Praktizierenden und -Lehrenden gemäß den Ausbildungs- und Qualitätskriterien des Österreichischen Dachverbandes für Shiatsu verbindlich sind;
  • die gesetzliche Legitimierung und Absicherung der Arbeit mit Shiatsu; und
  • Öffentlichkeitsarbeit für Shiatsu.


Ausbildungsrichtlinien

Eine der ersten Aufgaben, die vom Dachverband in Angriff genommen wurde, war die Erstellung verpflichtender Ausbildungsrichtlinien, die eine qualitative Ausbildung garantieren und zugleich die individuelle, inhaltliche Ausrichtung der Schulen gewährleisten. Die ersten Richtlinien zur Erlangung des Dachverband-Diploms für Shiatsu (mindestens 2 1/2 Jahre Ausbildung und 300 Unterrichtsstunden) traten mit 1. Jänner 1994 in Kraft. Für PraktikerInnen, die ihre Ausbildung vor diesem Stichtag begonnen hatten, wurden Übergangsbestimmungen festgelegt.

Dieses erste Curriculum wurde in Folge des Strebens um eine gesetzliche Legitimierung von Shiatsu und der Schaffung eines eigenständigen Berufsbildes für Shiatsu-PraktikerInnen im Juli 1998 - in Übereinstimmung mit den Bestrebungen des Europäischen Dachverbandes - auf mindestens 3 Jahre Ausbildung und 600 Unterrichtsstunden angehoben. Dazugekommen sind in den nachfolgenden Jahren  noch 30 Stunden Erste Hilfe und 15 Stunden Hygiene, die schließlich - mit der Regelung in der Massage-Verordnung von 2003 - zu den gesetzlichen 650 Mindeststunden führten.

Seit September 2011 gelten mit der Integration von (westlicher) Pathologie die aktuellen Ausbildungsrichtlinien des Österreichischen Dachverbandes für Shiatsu mit 700 Stunden.


Anerkennung von Shiatsu als Beruf

In Bezug auf die gesetzliche Legitimierung von Shiatsu war das Bestreben auf nationaler Ebene, Shiatsu als eigenständiges gebundenes Gewerbe (mit Befähigungsnachweis) zu etablieren - ein Bestreben, das mit der Massage-Verordnung vom 28. Jänner 2003 (wenngleich auch nicht als eigenständiges Gewerbe, so doch als in sich geschlossenes System innerhalb der Massage) in Erfüllung ging. Shiatsu hat seither ein eigenständiges und gesetzliches geregeltes Berufsbild.

Mit dem Beitritt zur EU und den sich daraus ergebenden Veränderungen im Gewerbe- und Gesundheitsbereich hat der Dachverband als weitere Option (als Teil der European Shiatsu Federation, ESF) die Anerkennung von Shiatsu als komplementäre Behandlungsmethode angestrebt. Ein erster Erfolg auf diesem Weg war die Aufnahme von Shiatsu in den Lannoye-Report, der in modifizierter Form 1997 verabschiedet wurde. Seither wird diese Möglichkeit in Zusammenschluss mit anderen Berufsgruppen ähnlicher Orientierung (im Rahmen der European Federation for Complementary and Alternative Medicine, EFCAM) weiter verfolgt.


Struktur des Dachverbandes

Aber auch in der Struktur des Dachverbandes hat sich im Laufe der Jahre einiges geändert, denn ursrünglich - bei seiner Gründung 1993 - war der Dachverband ein Zusammenschluss der sieben damals aktiven Shiatsu-Schulen. 1996 kam es hier zu einer grundlegenden Änderung durch die Aufnahme von Shiatsu-PraktikerInnen als ordentliche Mitglieder und PraktikerInnen- und SchülerInnen-VertreterInnen in den Vorstand.

2001 schließlich wurde die heute bestehende Struktur des Vorstandes begündet, der seither aus aus 4 PraktikerInnen-VertreterInnen, 3 Schul-VertreterInnen und 2 SchülerInnen-VertreterInnen besteht.


Vernetzungen

Der Österreichische Dachverband für Shiatsu ist (Gründungs-)Mitglied der European Shiatsu Federation (ESF) und des Dachverbandes für TCM & verwandte Gesundheitslehren Österreichs (DVTCM).

Mit Italien (FIS), der Schweiz (SGS) und Deutschland (GSD) hat der Österreichische Dachverband für Shiatsu Vereinbarungen zur gegenseitigen Anerkennung der Shiatsu-Ausbildungen (vorbehaltlich ergänzender rechtlicher Erfordernisse für die Berufsausübung in den jeweiligen Ländern).