Das Leben und alle Phänomene entstehen - im Verständnis der daoistischen Weltsicht - aus dem Nichts, aus einer Wurzel jenseits aller Vorstellungen und gehen mit dem Tod wieder in das Nichts zurück. Symbolisiert wird das Nichts, die Leere (Wu Ji), die die ganze Fülle der Schöpfung gebiert, durch den leeren Kreis.

Die Dinge der Welt gehen hervor aus der Fülle.

Die Fülle geht hervor aus der Leere.

(Daodejing 4/40)

 

Wu Ji, die Große Leere, das Absolute Nichts, so die Lehre der Meister, kann nur in der Leere erfahren werden. Stille wird nur in der Stille erfahren. Leere nur in der Leere.

Die daoistischen Anweisungen, um das "Große Nichts" zu erfahren, bestehen darum in der Empfehlung, leer zu werden von Gedanken und Gefühlen, das Herz und den Verstand zu leeren. Durch die Meditation wird der Mensch zu einem leeren Gefäß, in dem die Leere und die Stille, die Quelle aller Phänomene, erfahren werden können.

Das Netz des Himmels ist weitgespannt,

grobmaschig ist es und lässt doch nichts aus.

(Daodejing 38/73)