Der erste Kontakt der japanischen Aristokratie mit den Lehren des Konfuzianismus erfolgte bereits zu Beginn des 5. Jahrhunderts (zur Zeit des Yamato-Reiches) durch den Gelehrten Wani. Durch die Begegnung mit den konfuzianischen Schriften breitete sich zugleich auch, so vermutet man, der Gebrauch der chinesischen Schrift in Japan aus.

Im 7. Jahrhundert, als politisches Denken und religiöse Vorstellungen Chinas einen beträchtlichen Einfluss in Japan gewonnen hatte, fand auch der Konfuzianismus seinen Platz im japanischen Denken. Insbesondere in der Struktur der Regierungsbürokratie, im Bildungssystem und in der ersten Verfassung Japans hinterließ er seine frühen Spuren.

Vom 12. bis zum 16. Jahrhundert studierte man den Konfuzianismus in zen-buddhistischen Klöstern, und im 17. und 19. Jahrhundert verbreitete er sich als Erziehungsphilosophie der öffentlichen und privaten Schulen im japanischen Volk.

Die konfuzianische Morallehre wurde nach und nach zur Grundlage für den Aufbau angemessener zwischenmenschlicher Beziehungen in Familie und Gesellschaft, und zeigt sich beispielsweise auch in der japanischen Hochachtung für Werte wie Fleiß, Konsens, Erziehung, moralische Selbstkultivierung, Genügsamkeit und Loyalität.