Der Medizin-Buddha (Bhaisajya-guru) gilt in der buddhistischen Tradition als eine Erscheinungsform des Buddha, als „verwirklichtes" („erleuchtetes") Wesen, das von grenzenlosem Mitgefühl für alles Wesen erfüllt ist. Er schützt die Wesen vor physischen und geistigen Erkrankungen und auch allen anderen Gefahren. Und er hilft uns, die drei Geistesgifte Verblendung, Hass und Gier zu neutralisieren, die die Quelle aller Krankheiten und Leiden bilden.

Dargestellt wird der Buddha der Medizin in lapislazuliblauer Farbe. In der rechten Hand hält er die Myrobalan-Frucht (dug-bcom), deren besondere Eigenschaft darin besteht, die drei Geistesgifte, die tiefen Ursachen für alle unsere Leiden, zu neutralisieren. In der linken Hand hält er eine lapislazuliblaue Bettelschale, gefüllt mit heilendem Nektar (amrta).

Der Medizin-Buddha wird als Heiler aller – äußerer wie auch innerer – Erkrankungen angesehen. Traditionelle, vor allem tibetische Ärzte praktizieren deshalb regelmäßig eine Medizin-Buddha-Praxis, um sich mit dem Bewusstsein des Großen Heilers zu verbinden und damit eine Wirksamkeit der Medizin und der Behandlung zu erwirken, die über die äußere, symptomatische Heilung hinausgeht – vielmehr den Urgrund des Leidens berührt.